Kommentar Dorothee Torebko zum Steuerprivileg der E-Autos Nicht ganz konsequent

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Berlin / Dorothee Torebko 02.08.2018

Die Idee ist gut: Wer seinen Dienstwagen privat nutzen will und sich statt eines Diesels oder Benziners ein Hybrid- oder Elektro-Auto zulegt, soll ab dem 1. Januar nur die Hälfte an Steuern zahlen. Nach zwei, drei Jahren landen die meisten davon im Gebrauchtwagenhandel – damit steigt die Gesamtzahl an sauberen Wagen bei privaten Nutzern. Denn nun sind sie erschwinglicher.

Das kostet den Staat zwei Milliarden Steuergeld, kommt aber der Umwelt zugute. Es gibt allerdings ein Problem an diesem Modell.

Und das heißt Hybrid. Dieser hat einen Verbrennungsmotor und einen Elektroantrieb. Umweltschützer vermuten, dass Firmen sich größtenteils diese Autos anschaffen. Der Grund: Die Batterien reichen nur für kurze Strecken. Wer mit seinem Dienstwagen lange Wege zurücklegen muss, schaltet auf den Verbrennungsmotor um. Noch steht die Infrastruktur nämlich nicht zur Verfügung, dass ein Fahrer mitten auf der Landstraße eine Zapfsäule für Strom findet.

Die steuerlichen Begünstigungen sind damit nicht konsequent genug. Wer mehr E-Autos haben will, muss sie deutlich privilegierter behandeln. Zusätzlich müssen andere Anreize geschaffen werden – zum Beispiel könnte der Bund auch elektrische Fahrräder als Dienstfahrzeuge fördern und Diesel so stark besteuern wie Benzin. Erst dann würden die Unternehmen umdenken. Denn dann geht es ihnen ans Geld.

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