Festnahme in Polen Nach Spionageverdacht: Huawei trennt sich von Manager

Ein Manager des chinesischen Technologie-Konzerns Huawei ist in Polen wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Foto: Czarek Sokolowski/AP
Ein Manager des chinesischen Technologie-Konzerns Huawei ist in Polen wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Foto: Czarek Sokolowski/AP © Foto: Czarek Sokolowski
Peking / DPA 13.01.2019

Der chinesische Telekom-Riese Huawei hat sich von einem Manager getrennt, der in Polen unter Spionageverdacht festgenommen worden ist.

In einer Mitteilung vom Sonntag distanzierte sich der Konzern von dem Mitarbeiter: „Die ihm vorgeworfenen Taten haben nichts mit dem Unternehmen zu tun.“ Der Vorfall habe Huawei in Verruf gebracht. So sei der Vertrag in Übereinstimmung mit den darin enthaltenen Bedingungen aufgehoben worden, hieß es. Der Konzern halte sich in allen Ländern an geltende Gesetze und Vorschriften.

Nach polnischen Presseberichten wurde dem Manager vorgeworfen, mit chinesischen Geheimdiensten zusammengearbeitet zu haben. Die Behörden bestätigten am Freitag die Festnahme des Chinesen durch den Inlandsgeheimdienst ABW. Auch ein Pole sei festgenommen worden, sagte Stanislaw Zaryn, Sprecher des polnischen Geheimdienstkoordinators Mariusz Kaminski. Den Männern drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Der Chinese ist nach den Presseberichten der Vertriebsmanager von Huawei in Polen. Der zweite mutmaßliche Spion sei ein ehemaliger hochrangiger ABW-Mitarbeiter im Bereich Cybersicherheit, der zuletzt für das Telekom-Unternehmen Orange arbeitete. Die Niederlassungen der beiden Firmen wurden von Ermittlern durchsucht. Die beiden Verdächtigen wurden am Dienstag festgenommen. Es wurde eine Untersuchungshaft von drei Monaten angeordnet.

Der weltweit tätige Netzwerkausrüster und Produzent von Handys und anderer Technologie muss sich gegen Vorwürfe besonders aus den USA wehren, wonach eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen angeblich ein Sicherheitsrisiko darstellt. Huawei hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und die USA aufgefordert, Beweise dafür vorzulegen.

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