Fipronil Nach Fipronil-Skandal: Weniger Eier auf dem Markt

Eier sind im deutschen Handel derzeit Mangelware.
Eier sind im deutschen Handel derzeit Mangelware. © Foto: dpa
dpa 13.10.2017
Nach dem Fipronil-Skandal steigen die Eier-Preise auf Großhandelsebene. 2018 könnten das auch die Verbraucher zu spüren bekommen.

Das Geschäft mit Frühstückseiern macht vielen Legehennenhaltern derzeit keinen Spaß, und das, obwohl die Ware knapp und damit teuer ist. Denn um die Lieferverträge mit dem Lebensmitteleinzelhandel erfüllen zu können, müssen die Eierlieferanten teure Ware aus dem Ausland hinzukaufen. Und da die Preise mit den Einzelhandelsriesen wie Aldi, Lidl, Rewe oder Edeka vertraglich festgelegt sind, müssen sie den Preisunterschied aus eigener Tasche zahlen.

„Die Eierpreise auf Großhandelsebene sind schon deutlich gestiegen“, sagt die Expertin Margit Beck von der Marktinfo Eier und Geflügel in Bonn. Sie hat jüngst Preissteigerungen von um die 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beobachtet. Aber diese Preise gelten nur für den freien Markt. „Wenn Sie als Lieferant eine Vereinbarung mit dem abnehmenden Handel geschlossen haben, Eier zu festen Preisen zu liefern, dann gelten die auch weiterhin.“ Die Erzeuger, die Eier übrig haben, verdienen am Markt gerade Geld. „Diejenigen, die im Moment zukaufen und zu den alten Preisen an den Handel verkaufen müssen, die haben ein Problem“, sagt Beck.

Freuen dürfen sich im Moment die Verbraucher, denn wegen der Lieferverträge werde der Einzelhandel bevorzugt beliefert. Die Verbraucherpreise sind momentan relativ stabil, die Regale gefüllt. Die Preise könnten sich aber ändern, denn jetzt laufen die Verhandlungen über Kontrakte für das kommende Jahr. Der Handel dürfte die steigenden Preise erfahrungsgemäß an die Verbraucher weitergeben.

Grund für den Eier-Engpass sind Nachwirkungen des Fipronil-Skandals. In der Folge wurden bis zu 180 Legehennenbetriebe in den Niederlanden gesperrt. In Deutschland verliert der Eierhandel mit den bestehenden Kontrakten gerade 30 bis 40 Millionen Euro, meint Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft. „Wir hoffen auf die Solidarität des Lebensmitteleinzelhandels und die Öffnung beziehungsweise Anpassung von Kontrakten“, sagt er.