Friedrichshafen Moderne Variante von Omas Waschbrett

Eine der Outdoor-Neuheiten: Das High Mountain Zelt mit Zoom-Funktion passt seine Größe der Umgebung und den Wetterverhältnissen an. Foto: Messe
Eine der Outdoor-Neuheiten: Das High Mountain Zelt mit Zoom-Funktion passt seine Größe der Umgebung und den Wetterverhältnissen an. Foto: Messe
Friedrichshafen / DPA 13.07.2012
Freizeitaktivitäten im Freien auch bei ungünstigem Wetter dank guter Ausrüstung genießen: Die Messe "Outdoor" in Friedrichshafen zeigt, was es dafür Neues gibt. Doch für die Branche ziehen Wolken auf.

Verregnete Sommer, mäßige Winter und Finanzsorgen in vielen europäischen Ländern machen der Outdoorbranche Sorgen. Diese Faktoren setzten die Hersteller und den Handel in diesem Jahr spürbar unter Druck, sagte Rolf Schmidt vom Vorstand des Branchenverbandes European Outdoor Group (EOG) gestern zum Start der größten europäischen Outdoor-Messe in Friedrichshafen am Bodensee. EOG-Präsident David Udberg sagte, es gebe auch bei diesem Wetter immer Produkte, die gut liefen. "Wasserdichte Regenjacken laufen prima, für Campingausrüstung sieht es eher schlecht aus."

Insgesamt ist der Verband, in dem die führenden Hersteller organisiert sind, weiter optimistisch. "Wir waren schon immer vom Wetter abhängig", sagte Geschäftsführer Mark Held. Der Umsatz in Europa habe 2011 etwa 10 Mrd. EUR betragen. Der wichtigste europäische Outdoor-Markt Deutschland, der etwa 24 Prozent des europäischen Umsatzes ausmacht, hat einstellige Zuwachsraten. Aber es macht sich eine Tendenz zur Marktsättigung breit. Jetzt schauen die Hersteller von Schuhen, Textilien, Rucksäcken, Zelten und Kletterausrüstungen nach China, denn der dortige Markt wächst kräftig. Deshalb veranstaltet die Messegesellschaft Friedrichshafen Ende Juli dort auch die Outdoor Asia.

Die Messe am Bodensee ist bis Sonntag ausschließlich für Fachbesucher geöffnet. So müssen sich die Wanderer, Kletterer und Naturliebhaber noch bis zum Frühling 2013 gedulden, um die über 200 Weltneuheiten ausprobieren zu können, die am Bodensee von 900 Ausstellern präsentiert werden.

Je weniger Gewicht, desto besser, heißt schon immer die Devise auf dem Berg und beim Wandern. So ist eine nur 45 Gramm leichte Windjacke zu bestaunen, die verpackt die Größe eines Schokoriegels hat. Das leichteste komplette Zwei-Personen-Zelt wiegt nur noch 880 Gramm. Und wer dann doch sein müdes Haupt betten muss, freut sich über ein Feldbett, das rund 1200 Gramm wiegt und am Rucksack getragen werden kann. Dem Dauertrend Nachhaltigkeit folgen zwei deutsche Schuhhersteller mit Schuhen aus Bio-Leder, geliefert von Kühen aus den Ställen von zertifizierten Bio-Höfen.

Auch gegen Schwitzen beim Wandern haben die Hersteller etwas: Einer der weltgrößten Anbieter von Outdoor-Textilien bringt selbstkühlende Shirts, Funktionswäsche, Kopftücher, Kappen und Schuhe auf den Markt. Omni Freeze Zero heißt die Technologie. Dabei wird ein kühlendes Polymer in das Textil eingebaut. Nach Kontakt mit Schweiß oder Feuchtigkeit soll es ein kühlendes Gefühl bewirken - ähnlich wie bei der Gänsehaut, verspricht der Hersteller.

Für das Wäschewaschen unterwegs bietet ein Hersteller den Scrubba Wash Bag an - nur 160 Gramm schwer und die moderne Variante von Omas Waschbrett. Dazu gibt man Wäsche, Waschmittel und Wasser in den Beutel, schließt ihn und presst die Luft durch ein Ventil heraus. Dann reibt man die Kleidung etwa eine halbe Minute gegen das integrierte flexible Innenwaschbrett.

Textilien sind der wirtschaftlich wichtigste Bereich der Milliardenbranche Outdoor. Nässeschutz und Wärmemanagement werden nun durch den Insektenschutz - einem großen Trend der neuen Saison - ergänzt. Diese Bekleidung soll auch gegen Zecken schützen.

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