Sparer haben es im Euroraum derzeit schwer. Sie bekommen kaum noch Zinsen. Für Kleinanleger kann es sich durchaus lohnen, in Aktien zu investieren. Wer angesichts die europaweit niedrigen Zinsen nicht bereit sei, ein Stück Risiko einzugehen, werde aus der Niedrigzinsphase "mit Verlusten herausgehen", sagt Sylvia Beckerle, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Mit Aktien könnten Kleinanleger auch für ihr Alter vorsorgen. Gut geeignet für Einsteiger seien sogenannte ETF, börsengehandelte Indexfonds. Anleger setzten damit auf die Entwicklung bestimmter Indices, wie zum Beispiel den Deutschen Aktien Index (Dax).

Aktienneulinge sollten aber nicht ausschließlich auf den Dax setzen, sondern auf breit gestreute Fonds. Laut "Finanztest" sind globale Fonds am besten geeignet. Sie umfassen nicht nur Aktien verschiedener Länder, sondern zusätzlich Wertpapiere unterschiedlichster Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Ihr Risiko ist also weit gestreut. Beispiele für mögliche ETF sind der MSCI World-Index oder der Stoxx Europe 600.

Aktienanlagen beinhalten immer ein gewisses Risiko - auch Investitionen in ETF. Andere Fonds - zum Beispiel Branchenfonds - gelten aber als um einiges riskanter. Durchschnittssparer sollten grundsätzlich beachten, dass sie nur Geld investieren, welches sie langfristig entbehren könnten - laut "Finanztest" mindestens für zehn Jahre, besser noch länger. So könnten sie auch zwischenzeitliche Börseneinbrüche aussitzen.

Wer Einzelaktien kaufe, sei dem Unternehmen "auf Gedeih und Verderb" ausgeliefert, warnt Verbraucherschützerin Beckerle. Sie rät aus diesem Grund Verbrauchern von Einzelaktien ab. Beim Aufbau eines Aktiendepots rät Beckerle zu einem Einstieg in Raten. Die festgelegte Anlagesumme sollte in mehrere Teilbeträge aufgeteilt und im Abstand von mehreren Wochen oder Monaten investiert werden.

Für Einsteiger empfiehlt Beckerle den Kauf über eine Direktbank. Dort seien Depoteröffnung und Verwaltung meist billiger als bei der Hausbank. Viele Hausbanken würden zudem ihre eigenen Fonds empfehlen, nicht unbedingt ETF. Allerdings: Direktbanken bieten ihren Kunden keine Beratungshilfe an. Wer dort Aktien kaufe, müsse wissen, was er will.