Berlin Ministerium: Keine E-Mail in der Freizeit

Berlin / DPA 31.08.2013
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen geht mit gutem Beispiel voran: Sie lässt den Mitarbeitern mehr Freizeit, indem sie den Mail-Fluss eindämmt.

Das Bundesarbeitsministerium hat sich verpflichtet, Mitarbeiter nur noch in Ausnahmefällen in ihrer Freizeit per Anruf oder E-Mail zu stören. Darauf hätten sich Personalrat und Leitung des Ressorts von Ursula von der Leyen (CDU) geeinigt, bestätigte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Eine solche Vereinbarung zur Stressvermeidung gelte bereits seit Mai. Sie sei aber differenziert und zugeschnitten auf die unterschiedlichen Funktionen der Beschäftigten im Ministerium.

Die Vereinbarung ist bisher offensichtlich eine Ausnahme - nicht in allen Ressorts der Bundesregierung sind solch spezielle Regelungen üblich. Im Wirtschaftsministerium etwa gibt es nach Darstellung einer Sprecherin keine so detaillierten Bestimmungen wie im Arbeitsministerium. In der Praxis bedeute die bestehende Vereinbarung aber, dass Mitarbeiter nur in begründeten Ausnahmen gestört werden dürften: "Aber dann dürfen sie es auch." Im Innenministerium existiert nach Angaben eines Sprechers eine derartige Regelung nicht. Mitarbeiter hätten aber genügend Zeit zur Erholung. Andere Ressorts äußerten sich dazu nicht.

Das Krisenzentrum ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes rund um die Uhr erreichbar. Im Kanzleramt besteht laut Regierungssprecher Steffen Seibert keine allgemeine Verpflichtung, ständig erreichbar zu sein - mit Ausnahme bei Rufbereitschaft. Über das Lagezentrum sei aber eine ständige Erreichbarkeit von Führungskräften sichergestellt: "Es bedarf einer solchen Regelung nicht."

Auch in der Wirtschaft gewinnt das Thema der Erreichbarkeit an Bedeutung: Der Stuttgarter Autobauer Daimler wertet derzeit einen Modellversuch aus, bei dem Mitarbeiter in ihrer Freizeit und im Urlaub nicht mit E-Mails gestört werden sollten. Es habe Pilotprojekte in verschiedenen Bereichen an Ostern, Pfingsten und in den Sommerferien gegeben, sagte eine Sprecherin. Nach der Bewertung soll es für alle Daimler-Mitarbeiter mit PC-Arbeitsplatz möglich sein, dass sie - auf Wunsch - in ihrer Freizeit keine Dienst-Mails bekommen.