Stuttgart Minister Hermann: Vorstoß zu Umrüstung nicht ausreichend

Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv
Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv © Foto: Sebastian Gollnow
Stuttgart / DPA 24.08.2018

Aus Sicht von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) greift der Vorstoß von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), die Abgas-Hardware bei schweren Kommunalfahrzeugen nachzurüsten, zu kurz. „Jedes Fahrzeug mit geringeren Emissionen trägt dazu bei die Schadstoffbelastung zu verringern“, sagte Hermann „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Samstag). Eine Nachrüstung kommunaler Busse, Müllwagen, Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge sei aber nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Ihr Anteil am Stickoxidausstoß sei sehr klein.

Bundesverkehrsminister Scheuer hatte zur Verbesserung der Luft in Städten Hardware-Nachrüstungen für schwere Kommunalfahrzeuge angekündigt. In Betracht kämen bundesweit rund 20 000 Fahrzeuge in Städten, in denen Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden.

Hermann sagte den Zeitungen, in Baden-Württemberg dürfte es rund 2500 umrüstbare kommunale Lkw geben. Davon fahre aber nur ein Teil in Städten mit hoher Schadstoffbelastung. „Da bleibt am Ende nicht viel Wirkung für die Städte übrig, in denen Fahrverbote drohen. Eine wirklich wirkungsvolle Maßnahme wäre es, endlich die Voraussetzungen für die Hardwarenachrüstung von Euro-5-Dieselfahrzeugen aller Art, nicht nur für wenige Sonderfahrzeuge, zu schaffen.“

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) kritisierte Scheuers Vorstoß als nicht plausibel. „Er lenkt davon ab, dass die Luftverschmutzung hauptsächlich von Privat-Pkw verursacht wird und gerade nicht von Fahrzeugen der Kommunen“, sagte er den Blättern.

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