Der Milchpreis bleibt Streitthema zwischen Erzeugern und Politik. Zur Agrarministerkonferenz in Berchtesgaden in dieser Woche erneuern die Milchbauern ihre Forderungen nach höheren Erzeugerpreisen und einer besseren Steuerung der Milchproduktion. "Das Mengen-Management ist das Erfolgsrezept jedes Unternehmens", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber.

Nur so könne dem anhaltenden Preisdruck entgegengewirkt werden. "Wenn wir kein Regulativ haben, dann produzieren ein Paar drauf los, egal wie die Marktsituation ist, und alle halten den Kopf hin." Das bedeute eine Kollektivhaftung, die nicht marktwirtschaftlich sei. Als sinnvolles Instrument zur Steuerung der Milchmenge in Krisensituationen bezeichnete Schaber den vom EU-Parlament beschlossenen freiwilligen Produktionsverzicht. Bei einbrechenden Milchpreisen sollen demnach Landwirte, die mehr produzieren als in den jeweiligen Vorjahren, zeitlich befristet eine Abgabe zahlen, die solchen Milchbauern zugutekommt, die freiwillig weniger produzieren.

Mit durchschnittlich 33 Cent je Kilo liege der Milchpreis derzeit um etwa 15 Cent unter einem auskömmlichen Niveau. "Um Rücklagen bilden zu können, brauchen wir ab sofort 50 Cent, das wird jetzt in Berchtesgaden und in Zukunft unsere Forderung sein."