Frankfurt Maschinenbauer sehen China in neuem Licht

VDMA-Präsident Thomas Lindner rechnet mit Übernahmewelle aus China.
VDMA-Präsident Thomas Lindner rechnet mit Übernahmewelle aus China.
ROLF OBERTREIS 12.07.2012
Die Maschinenbauer müssen ihre China-Strategie überprüfen. VDMA-Präsident Thomas Lindner rechnet mit Konkurrenz aus dem Reich der Mitte.

Der deutsche Maschinenbau muss sich in den nächsten Jahren auf eine massiv verstärkte Konkurrenz chinesischer Unternehmen einstellen - für die Firmen, die bereits in China produzieren genauso wie für die Unternehmen, die von Deutschland aus ihre Maschinen in alle Welt exportieren. Dies ergibt sich aus dem neuen Fünf-Jahresplan der Regierung, dem zufolge die Maschinenbau-Branche jährlich um ein Drittel zulegen soll, auch durch Übernahmen im Ausland.

Ihm sei angesichts der Stärke und der Innovationskraft des deutschen Maschinenbaus freilich nicht bange, sagt Thomas Lindner, Präsident des Branchenverbandes VDMA. Es gebe aber dadurch Chancen und Bedrohungen. Deutsche Maschinenbauer müssten neue Wertschöpfungsstrategien entwickeln. "Das kann verstärkte Produktion und Entwicklung in China heißen, Nachdenken über neue Kooperationen oder gesteigerte Innovationen, um den chinesischen Wettbewerb auf Distanz zu halten", sagt Lindner. Er denkt etwa eine modulare Produktion von Maschinen im Reich der Mitte, wobei sensible Kernelemente, die möglicherweise kopiert werden könnten weiter in Deutschland hergestellt und zugeliefert werden könnten.

Lindner kritisiert aber auch die chinesischen Behörden: Während die Zentralregierung Auslandsinvestitionen chinesischer Firmen massiv fördere, würden Investitionen deutscher Unternehmen in China eingeschränkt. Das dürfe nicht sein, es müsse Wettbewerbsgleichheit geben, dies habe er auch Regierungsvertretern in Peking gesagt.

China ist längst mit einem Umsatz von 563 Mrd. EUR weltgrößter Maschinenbauproduzent vor Japan, den USA und den deutschen Maschinenbauern, die 2011 rund 230 Mrd. EUR umgesetzt haben.