Die Konjunktureintrübung hat Deutschlands Maschinenbauern den Start ins Jahr 2019 verdorben. Die Bestellungen sanken im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 9 Prozent, wie der Branchenverband VDMA am Freitag in Frankfurt mitteilte.

Hart traf es vor allem die Auslandsnachfrage mit einem deutlichen Minus von 11 Prozent. Die Bestellungen von Kunden aus dem Inland sanken um 5 Prozent.

„Der Maschinenbau spürt die konjunkturelle Abflachung. Zudem zeigen die allfälligen Risiken, die uns nun schon geraume Zeit begleiten, mehr und mehr Wirkung“, erläuterte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Sorgen bereiten der exportorientierten deutschen Schlüsselindustrie unter anderem internationale Handelskonflikte und die Unwägbarkeiten des Brexits. Im Dreimonatsvergleich November 2018 bis Januar 2019 lagen die Bestellungen insgesamt um 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Absatzchancen auf den wichtigsten Exportmärkten in Europa beurteilt der VDA aktuell „eher etwas skeptisch“, wie Wortmann sagte. Die Ausfuhren in die Europäische Union (EU) waren im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf den Rekordwert von 84 Milliarden Euro gestiegen. Angetrieben wurde das Wachstum vor allem von Zuwächsen auf den drei großen Märkten Frankreich, Italien und Großbritannien. In Großbritannien erwartet der Verband wegen des bevorstehenden Brexits in diesem Jahr Absatzrückgänge, in Frankreich allenfalls ein kleines Plus und in Italien möglicherweise Minusraten. Die EU ist insgesamt die wichtigste Exportregion für Maschinen „Made in Germany“.

Im vergangenen Jahr hatte die mittelständisch geprägte Branche ihre selbst gesteckten Produktionsziele verfehlt. Unter anderem waren knappes Material und fehlendes Fachpersonal die Gründe für ein nur schwaches Wachstum von 2 Prozent statt der angestrebten 5 Prozent. Viele Aufträge können daher erst im Laufe dieses Jahres abgearbeitet werden, so dass der VDMA selbst bei zurückhaltender Nachfrage auch für 2019 von einem Produktionszuwachs von 2 Prozent ausgeht.