Die Märklin-Lokomotive soll wieder ins Kinderzimmer dampfen. "Wir wollen zurück in die Köpfe der jüngeren Menschen in Deutschland, sowohl in die der Kinder als auch in die der 30-, 40-Jährigen, die sich mit dem Thema Modelleisenbahn auseinandersetzen." Derjenige, der das sagt, ist selbst gerade mal 28 Jahre alt und steht an der Spitze des weltweit führenden Herstellers von Modelleisenbahnen. Als geschäftsführender Gesellschafter vertritt Florian Sieber im Stammwerk in Göppingen die Interessen des Fürther Spielwaren-Konzerns Simba-Dickie, der von Vater Michael gelenkt wird. Sieber hat nicht mehr nur die klassischen Märklin-Kunden im Visier, sondern zielt auf eine jüngere Gruppe ab. "Das Kindersortiment soll erweitert werden", kündigt der Geschäftsführer jetzt gegenüber der SÜDWEST PRESSE an. Mit der Spielzeugbahn der Reihe "my-world" sollen die Kleinen künftig nicht mehr nur im Kreis fahren können. Neue, kinderfreundliche und günstige Ergänzungsmodule sollen es Kindern und ihren Eltern ermöglichen, eine große Schienenwelt im Kinderzimmer zu erschaffen, so Sieber.

Zudem will Märklin Produkte mit Geschenkcharakter kreieren, die über neue Vertriebsschienen wie Elektronikmärkte oder Buchhandelsketten angeboten werden. Zur Spielwarenmesse plant Märklin mit dem Brettspielhersteller Noris zwei Produkte, die in Richtung Puzzle oder "Malen nach Zahlen" gehen. Zielgruppe sind Frauen und Männer ab 40.

Bei all den Neuheiten soll das klassische Produkt-Portfolio keineswegs vernachlässigt werden. Im Gegenteil: Mit Hilfe von Simba-Dickie will Märklin nächstes Jahr neue Absatzmärkte in Osteuropa erschließen. Potenzial bieten laut Sieber Russland und Polen, wo Märklin ein neues Händlernetz aufbauen will.

Umsatz um jeden Preis lehnt Geschäftsführer Sieber allerdings ab. So wurde das Jahresziel von 112 Mio. EUR nach unten korrigiert. Der Umsatz soll mit 107 Mio. EUR nur etwas höher ausfallen als 2012. Sieber: "Wir haben Mitte des Jahres beschlossen, auf jegliche Rabattaktionen zu verzichten und dementsprechend die Planung angepasst."