Die Flugbegleiter der Lufthansa haben sich in einer Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen. Die Zustimmung zum möglichen Arbeitskampf lag bei 97,5 Prozent, sagte der Vorsitzende der Kabinengewerkschaft UFO, Nicoley Baublies. Ein Streik der rund 18 000 Beschäftigten in den laufenden Tarifverhandlungen steht nicht unmittelbar bevor, weil UFO das für den 16. August angekündigte Angebot der Lufthansa abwarten will.

Die Gewerkschaft will nach Baublies Worten mit der um Mitternacht beendeten Urabstimmung in dem seit einem Jahr schwelenden Tarifkonflikt ein deutliches Signal der Entschlossenheit an den Lufthansa-Vorstand senden.

Aus juristischen Gründen darf UFO nur Streikziele nennen, die auch tatsächlich mit dem offenen Vergütungstarifvertrag geregelt werden, wie zum Beispiel Gewinnbeteiligungen oder Entgelterhöhungen. Hinter den Kulissen geht es aber im wesentlichen um den geplanten Umbau des größten europäischen Luftfahrtkonzerns. UFO will den dauerhaften Einsatz von Leihstewardessen ebenso verhindern wie die Einführung niedriger angesetzter Tarifstrukturen bei der geplanten Gesellschaft für Direktflüge.

Die Flugbegleiter der Lufthansa haben noch nie einen Streik durchgezogen. 2009 gab es an zwei Tagen mehrstündige Warnstreiks, die zu Flugausfällen und Verspätungen führten.