Kommentar Helmut Schneider zur negativen realen Rendite Leitzins früher erhöhen

Foto
Foto © Foto: Foto
Ulm / Helmut Schneider 21.08.2018

Zunächst eine Begriffsbestimmung, weil mit den bekannten Schlagzeilen „Sparer zahlen drauf“ immer viel Stimmung gemacht, aber wenig erklärt wurde. Die Bundesbank bildet einen Geldanlagekorb, der alle notwendigen Voraussetzungen hat, um die Frage zu beantworten: Wie ist die Gesamtverzinsung/Rendite? Davon abgezogen wird die Inflationsrate – und heraus kommt die „reale“ Rendite.

Die reale Rendite entspricht dem, was der Durchschnittsverbraucher mit dem gesparten Geld kaufen kann. Die Kaufkraft ist für jeden einzelnen entscheidend. Sie ist aber auch für jeden ebenso unterschiedlich, wie es die individuelle Geldanlage ist. Der eine hat gar keine Ersparnisse, der andere viele Aktien.

Dass jetzt wegen der steigenden Verbraucherpreise und der nicht mehr entsprechend steigenden Aktienkurse unter dem Strich eine negative reale Rendite steht, ist für den Durchschnittssparer bedauerlich.

Mit Blick auf die Geld- oder Wirtschaftspolitik, die das Gesamte zu beurteilen hat, lässt sich daraus aber nicht so sehr viel ableiten. Die Empfehlung, sein Geld nicht auf Sparkonten zu häufen, sondern riskantere, aber eben auch ertragreichere Formen zu wählen, ist bekannt.

Entscheidend ist, ob die Europäische Zentralbank den Leitzins früher wieder erhöhen sollte. Ja, das sollte sie. Die negative Realrendite ist ein Argument mehr dafür.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel