Kommentar Hajo Zenker zu den Finanzen der Krankenkassen Langfristig ungesund

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Hajo Zenker Autorenfoto © Foto: MOZ Gerd Markert
Berlin / Hajo Zenker 07.06.2018

Keine Frage: Viele Arbeitnehmer und Rentner können sich freuen: Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat im nächsten Jahr mehr Netto vom Brutto, denn die Arbeitgeber zahlen wieder genau die Hälfte des Beitrags. Die Wirtschaft kann das trotz allen Lamentierens angesichts der guten Konjunktur locker verkraften.

Wie es aber auf Dauer mit den Krankenkassenbeiträgen weitergeht, steht auf einem anderen Blatt. Der Anreiz für den Versicherten, die Kasse zu wechseln, wird jedenfalls kleiner. Minister Jens Spahn will den Preiswettbewerb deshalb auf andere Art ankurbeln – indem die besonders reichen Kassen gezwungen werden sollen, ihre Reserven ab 2020 zugunsten der Versicherten abzuschmelzen. Gleichzeitig wird der Finanzausgleich neu geordnet.

Das ist zunächst einmal richtig. Doch das Ganze ist vermintes Gelände. Ersatz-, Betriebs- und Innungskassen auf der einen und AOKs auf der anderen Seite stehen sich unversöhnlich gegenüber. Eine Lösung bedarf hier einer glänzenden Idee und großen Durchsetzungsvermögens. Spahn hat die Latte hoch gelegt. Sie kann ihm leicht vor die Füße fallen.