Die starke Abhängigkeit von Autoindustrie und Exportgeschäft sowie die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus bremsen die baden-württembergische Wirtschaft kräftig aus. Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erwarten für das laufende Jahr beim Wirtschaftswachstum ein Minus von 0,8 Prozent und damit eine Rezession. LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert sagte am Donnerstag in Stuttgart, die Auswirkungen des Coronavirus seien besonders stark, denn die schwäbischen Unternehmen exportierten sehr viel ins vom Virus stark betroffene China.

Besserung für 2021 in Sicht

Branchen wie die Elektronik- und Autoindustrie oder der Maschinenbau seien besonders von der Störung der weltweiten Lieferketten betroffen, hieß es weiter. Für das Jahr 2021 rechnet die LBBW dann wieder mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent.

Berlin

Fachleute sprechen von einer „technischen“ Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung eines Landes zwei Quartale in Folge sinkt. Ein solcher rechnerischer Abschwung unterscheidet sich von einer Rezession über ein ganzes Jahr hinweg betrachtet, die im Ausmaß normalerweise gravierender ist.

Forderung nach Abschaffung des Solidaritätszuschlages

Aufgrund der schwächelnden Konjunktur fordert die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) von der Bundesregierung die Abschaffung des Solidaritätszuschlags für alle Steuerzahler und Unternehmen. „Der Ausbruch des Coronavirus stellt ein nicht zu unterschätzendes Risiko für unsere eh schon schwächelnde Konjunktur dar“, erklärte Hoffmeister-Kraut. „Wir brauchen jetzt dringend Maßnahmen, um unsere Wirtschaft wirksam zu stützen und das sich eintrübende Konsumklima zu stimulieren.“ Die sofortige und vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags sei jetzt das richtige Signal.