Rom/Madrid Krisenstaaten bekommen günstiger Kredit

Rom/Madrid / DPA 11.01.2013

Am Markt für europäische Staatsanleihen sind die Zinssätze für Papiere aus den Krisenstaaten Spanien und Italien gestern nach erfolgreichen Anleiheauktionen deutlich gesunken. Im späten Vormittagshandel rutschte die Rendite für spanische Staatsanleihen mit der richtungsweisenden Laufzeit von zehn Jahren erstmals seit März wieder unter die Marke von 5,0 Prozent.

Der Zinssatz gab um 0,15 Prozentpunkte auf 4,953 Prozent nach. Zum Vergleich: Beim vorläufigen Höhepunkt der Eurokrise im vergangenen Sommer hatte die Rendite für zehnjährige spanische Papiere zeitweise ein Rekordhoch bei 7,5 Prozent erreicht. Auch die Rendite von zehnjährigen Staatsanleihen aus Italien gab nach. Sie sank um 0,10 Prozentpunkte auf 4,16 Prozent. Das hoch verschuldete Euroland hatte sich zuvor mit einjährigen Geldmarktpapieren so günstig wie seit Januar 2010 nicht mehr refinanziert. Das Land musste eine Rendite von 0,86 Prozent bieten, nachdem es im Dezember noch 1,46 Prozent bezahlt hatte.

Trotz der starken Rückgänge werden spanische und italienische Anleihen immer noch mit weit höheren Renditen als etwa deutsche Bundesanleihen gehandelt. Die Bundesrepublik besitzt bei den Ratingagenturen die Bestnote. Für zehnjährige Schuldenpapiere musste der deutsche Staat zuletzt nur 1,5 Prozent Zinsen bezahlen.