KOMMENTAR: Verschenktes Potenzial

. JOANNA STOLAREK 18.08.2012

Die Zahl lässt aufhorchen: Doppelt so viele Ausländer sind arbeitslos wie die Deutschen. Und das seit 20 Jahren. Warum eigentlich? Liegt es an der Sprache, an der Bildung, der vielleicht abgebrochenen Ausbildung, gar dem fehlenden Arbeitswillen? Oder ist es bequem, von den Sozialleistungen zu leben? Einfache Erklärungen und Pauschalurteile auf Stammtischniveau helfen hier jedenfalls nicht weiter.

Mag sein, dass sich hier und da einer findet, der einfach nicht arbeiten will. Die meisten Migranten wollen aber ein normales Leben führen, wie ihre deutschen Nachbarn auch. Da gehört Arbeiten einfach dazu. Die Stellensuche ist allerdings für viele Ausländer noch viel zu selten von Erfolg gekrönt. Ursachen gibt es viele dafür. Daher gibt es auch kein Patentrezept.

Deutschland kann es sich jedoch nicht leisten, das Potenzial der hier lebenden Migranten zu verschenken. Noch steckt die Anerkennung der ausländischen Berufsabschlüsse in den Kinderschuhen, und manche Bewerbung wird in Personalabteilungen nach wie vor wegen eines fremdländischen Namens aussortiert, wie eine Untersuchung der Universität Konstanz belegt. Kein gutes Zeichen für ein Land, das auch auf den Zuzug qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen ist

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