Ulm Kommentar zu Sicherheitslücken: Verhalten der IT-Konzerne ist dreist

Verhalten der IT-Konzerne ist dreist, findet Steffen Wolff.
Verhalten der IT-Konzerne ist dreist, findet Steffen Wolff. © Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Ulm / Steffen Wolff 04.01.2018
Sich selbst drosselnde Smartphones, Computerchips mit Sicherheitslücken und Konzerne, die lieber schweigen. Ein Kommentar von Steffen Wolff.

Sich selbst drosselnde Apple-Smartphones, Computerchips, die eine schwere Sicherheitslücke enthalten und so vertrauliche Daten für Angreifer verfügbar machen. Nutzer multimedialer Geräte benötigen derzeit starke Nerven.

Unfassbar sind dabei zwei Punkte: Wie dreist die betroffenen IT-Unternehmen mit der Datensicherheit ihrer Kunden umgehen und vor allem wie sich die Konzerne bei Bekanntwerden von Schwachstellen verhalten: Sie schweigen – oder versuchen, die Probleme herunterzuspielen. Erst als der Druck unzufriedener Kunden immer größer wurde, entschied sich Apple zu einem „Sorry“ und veröffentlichte einen ausführlichen Entschuldigungsbrief inklusive konkreter Problemlösung.

Intels Beruhigungsversuch dagegen, dass bisher ja gar keine Berichte über eine aktive Nutzung der Sicherheitslücke bekannt seien, ist schlicht infam. Vertrauen zurückgewinnen, geht anders. Selbst die Ankündigung eines baldigen Sicherheits-Updates hat einen faden Beigeschmack. Denn zu hundert Prozent wird sich die Lücke per Software nicht schließen lassen. Von möglichen Leistungseinbußen der betroffenen Geräte ganz zu schweigen. Der Kunde bleibt also am Ende auf jeden Fall der Dumme.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel