KOMMENTAR: Sehr einseitig ausgerichtet

NIKO FRANK 12.07.2012

Nun also doch: Centrotherm steht hart am Abgrund. Für die derzeit noch knapp 1400 Mitarbeiter dürfte diese Hiobsbotschaft aber wohl nicht gänzlich überraschend sein, dazu stand es schon zu lange nicht zum Besten mit dem Blaubeurer Spezialisten für Anlagen zur Produktion von Photovoltaikmodulen. Jetzt bleibt nicht viel mehr als die Hoffnung, dass eine Sanierung in letzter Minute gelingt.

Allem Daumendrücken zum Trotz ist es leider gleichwohl nicht wirklich zielführend, den realistischen Blick auf die Solarbranche hintanzustellen. So unerfreulich es auch ist, die Erfolgschancen sind nicht übermäßig groß. Auch wenn den Blaubeurern in ihrem Geschäft kaum ein Konkurrent etwas vormachen kann, bleibt es trotzdem auch eine Tatsache, dass Centrotherm sehr einseitig auf ein Produkt und einen Abnehmerkreis ausgerichtet ist. Gerät diese Kundschaft - aus welchen Gründen auch immer - unter Konsolidierungsdruck, dann wird es ganz automatisch auch für deren Zulieferer schnell eng.

Zugegeben: Wenn man vom Rathaus kommt, ist man immer klüger. Doch das ändert nichts daran, dass es auch für Centrotherm sicher die umsichtigere Strategie gewesen wäre, bei Zeiten zumindest ein zusätzliches Standbein aufzubauen.

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