Die Schnittmenge ist zu klein: Daimler will zu neuen Ufern aufbrechen, die Taxizentralen ihre Pfründe verteidigen. Der Stuttgarter Autohersteller stellt sich über seine Tochter Moovel den Mobilitätstrends des Internet-Zeitalters und bietet etwa Car-Sharing über Car2Go an. Ende vergangenen Jahres übernahm Moovel die App MyTaxi, mit der Kunden direkt Taxis via Handy anfordern können. Schon damals hagelte es Kritik der Taxi-Verbände. Ihre einstweilige Verfügung stoppt nun die App in Teilen der Landeshauptstadt.

Dabei ist Daimler Mitglied im Taxi- und Mietwagenverband. Rund 60 Prozent der Fahrzeuge tragen den Stern auf der Motorhaube. Doch die Taxizentralen fürchten die Konkurrenz. Sie haben ein Monopol und verteidigen es mit Zähnen und Klauen, wie es auch das Vorgehen gegen US-Anbieters Uber zeigte. Das schadet allen. Warum sollen Fahrgäste am Straßenrand wie vor 50 Jahren Autos heranwinken oder zum Telefon greifen müssen, wenn es mit Internet einfacher, schneller und oft auch billiger geht?

Moovel tut gut daran, nicht nachzugeben. Zwar könnten Taxizentralen in Daimler-Streik gehen und andere Modelle fahren. Aber bei den Stuttgartern geht es um mehr: ihre Zukunft. Sie haben erkannt, dass sie sich ändern müssen - die Taxiverbände nicht.