KOMMENTAR: Kein Grund zum Leichtsinn

ALEXANDER BÖGELEIN 10.07.2012

Jahrelang mussten sich deutsche Banken und Sparkassen von Kriminellen vorführen lassen, die ungeniert EC-Karten-Daten von Bankkunden an Geldautomaten und Türöffner ausspähten, die Daten auf eine neue Karte kopierten und auf Einkaufstour gingen. Das verursachte Schäden von jährlich bis zu 60 Millionen Euro und untergrub das Vertrauen der Kunden. Durch Investitionen in Milliardenhöhe in die fälschungssichere EMV-Chiptechnologie, in neue Karten und Geräte - auch im Einzelhandel - kommen Kriminelle in Deutschland nun nicht mehr zum Zug.

Erfreulich ist, dass dem Vorreiter Deutschland relativ zügig viele weitere Länder gefolgt sind. Die rasche weltweite Verbreitung hat viel mit der beschlossenen Haftungsumkehr der Kreditkarten-Organisationen zu tun. Seitdem die Partei den Schaden zahlen muss, die den geringeren Sicherheitstandard hat, wuchs bei ausländischen Instituten die Bereitschaft deutlich, in die neue Technik zu investieren.

Trotz der guten Entwicklung sollten Verbraucher beim Bezahlen nicht leichtsinnig werden, die Pin-Nummer stets verdeckt eingeben. Die Betrüger weichen aus und manipulieren auch Tankautomaten. Wer von so einem Spähangriff betroffen ist, hat viel Ärger, aber auch den Trost, dass die Banken den Schaden ersetzen.

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