KOMMENTAR: Frischer Wind tut gut

DIETER KELLER 16.11.2012

Bei den Spitzenverbänden der Wirtschaft bahnt sich ein Generationswechsel an, der frischen Wind verspricht. Nach Gesamtmetall und Industrieverband bekommt auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit Eric Schweitzer einen neuen Präsidenten - den jüngsten seiner Geschichte. Es ist ebenso erstaunlich wie erfreulich, dass sich der 47-Jährige in dem Club älterer Herren durchsetzen konnte.

Junges Blut können die Verbände dringend gebrauchen. Denn in der Öffentlichkeit haben sie in den letzten Jahren an Einfluss verloren. Das zeigt schon die Tatsache, dass viele Konzerne längst eigene Lobbyisten in Berlin haben und sich nicht mehr auf die großen Zusammenschlüsse verlassen. Beim DIHK kommt noch die Dauerbaustelle der Zwangsmitgliedschaft aller Unternehmen hinzu, gegen die es anhaltenden Widerstand gibt. Da ist Schweitzer gefragt, überzeugende Argumente für die Notwendigkeit zu finden.

Schon wegen des Zeitaufwands ist es schwer, jüngere Unternehmer für solche Ehrenämter zu gewinnen. Sie werden in der eigenen Firma gebraucht - und in ihrer Familie. Noch mehr Freude käme auf, wenn es endlich eine Frau auf einen Präsidentensessel schaffen würde, ja wenn dies gar selbstverständlich wäre. Doch leider ist weit und breit keine zu sehen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel