KOMMENTAR: Chaos in Rüsselsheim

ROLF OBERTREIS 14.07.2012

Das Chaos in Rüsselsheim geht weiter. Der Rückzug von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke nach nur 15 Monaten ist ein katastrophales Zeichen. Die Amerikaner haben ganz offensichtlich kein Konzept für Opel und dessen Geschäft in Deutschland und Europa. Und dies nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren. Kaum ein anderes Automobilunternehmen in Europa ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten so heruntergewirtschaftet worden wie Opel. Wo es nur ging wurden der Firma und ihren engagierten Managern und Mitarbeitern Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Man muss kein Prophet sein: Mit dieser Strategie und diesen (US-) Managern hat Opel in einem ohnehin schrumpfenden europäischen Automarkt keine Perspektive. Die Verluste werden weiter wachsen, die Verkaufszahlen sinken - obwohl die Opel-Modelle ausnahmslos von Fachleuten hochgelobt werden. Aber eine Marke, die so mit Füssen getreten wird, wird immer weniger Interessenten finden. Und ein Unternehmen, das jedes Produkt nur mit hohen Rabatten und damit faktisch mit Verlust verkaufen kann, hat auf Dauer keine Chance. Es sieht düster aus für Opel und für die bemitleidenswerten Beschäftigten. Hoffnung könnte nur ein neuer Eigentümer bringen. Selbst wenn er aus China kommt.