KOMMENTAR: Bitte mehr Ehrgeiz

DIETER KELLER 11.07.2012

Offenheit ist das beste Mittel gegen Korruption - und damit für eine gedeihliche Entwicklung gerade von Entwicklungsländern. Doch gerade die weltweit größten Konzerne gehen zu selten mit gutem Beispiel voran, moniert Transparency International. Die größten Mängel gibt es bei Berichten, was sie in den einzelnen Ländern verdienen, in denen sie aktiv sind, wie viele Steuern sie zahlen und was sie öffentlich spenden. Nur wer das weiß, der kann beurteilen, was zumindest legal läuft und wie durch findige Konstruktionen etwa Steuerzahlungen vermieden werden. Wobei sich keiner Illusionen hingeben sollte: Schmiergeldzahlungen werden sich nicht aus den Zahlen herauslesen lassen, die Konzerne freiwillig veröffentlichen, ob im Internet oder im gedruckten Geschäftsbericht, genauso wenig wie etwa illegale Kartelle.

Erfreulicherweise stehen deutsche Konzerne recht gut da, wenn auch leider nicht auf den ersten Plätzen. Da wäre etwas mehr Ehrgeiz angebracht. Wobei es erstaunlich ist, dass deutsche Unternehmensgrößen wie die Deutsche Bank oder Daimler gar nicht untersucht wurden, weil sie nach dem Börsenwert nicht zu den Großen weltweit gehören. Allein das sollte ein Warnzeichen sein, wenn Deutschland weiter in der Topliga der Wirtschaft mitspielen will.