Frankfurt Kommentar zur Deutschen Bank: Rosige Zeiten sind möglich

Frankfurt / ROLF OBERTREIS 30.01.2014
Der Wille ist erkennbar. Die beiden Herren wirken glaubwürdig, auch wenn ein wenig irritiert. So gesehen steht die Deutsche Bank vor rosigen Zeiten, wenn 2014 die letzten Rechtsstreitigkeiten beigelegt werden.

Die beiden Herren wirken glaubwürdig, auch wenn ein wenig irritiert, dass Anshu Jain nicht den leisesten Zweifel daran erkennen lässt, dass er neben dem hoch angesehenen Jürgen Fitschen der richtige Mann an der Spitze der Deutschen Bank ist, der den Kulturwandel umsetzen kann. Möglicherweise aber ist genau dies die richtige Einstellung, um 100.000 Mitarbeiter von der Notwendigkeit der Umkehr zu überzeugen.

Trotzdem: Nach fast zwei Jahren würde man gerne mehr Belege für den Wandel sehen. Auch wenn die milliardenteure Beilegung von Rechtsstreitigkeiten ein deutliches Signal ist. Immerhin: Die Deutsche Bank macht nicht mehr jedes Geschäft, auch wenn es legal ist, riskiert damit wichtige Kunden zu verlieren, wie Fitschen andeutet. Das Geldhaus kommt offensichtlich bei der Neuausrichtung voran.

Die Bank stellt sich trotz des enttäuschenden Netto-Gewinns im vergangenen Jahr im eigentlichen Geschäft so ertragreich auf wie nie zuvor. Wenn der Kulturwandel gelingt und jeden Winkel der Bank durchdringt, dann wird sich der Wandel erst richtig auszahlen, weil hohe Kosten wegfallen.

So gesehen steht die Deutsche Bank vor rosigen Zeiten, wenn 2014 die letzten Rechtsstreitigkeiten beigelegt werden.