Zwei Wochen vor Weihnachten – und für Zug-Reisende gibt’s schon die erste Bescherung. Aber eine, die sich keiner gewünscht hat. Zu Beginn der neuen Arbeitswoche herrscht in Deutschland Bahn-Chaos. Warnstreiks legen einen großen Teil der Züge lahm.

Es ist müßig zu diskutieren, welche Seite der größere Buhmann ist: Die Gewerkschaften EVG und GDL mit ihrer utopischen Forderung nach 7,5 Prozent mehr Geld, oder die sich querstellende Bahn, die eine Entgelt-Erhöhung von insgesamt 5,1 Prozent bietet. Die Dummen sind – wie immer – die Kunden, die verloren am Bahnsteig stehen bleiben und die Folgen des Ausstands selbst tragen müssen.

Video Bahnstreik – Das sagen die Reisenden in Ulm

Dabei kommt der Streik für die Bahn zur Unzeit. Seit Sonntag gilt der neue Fahrplan, der den Kunden zwar mehr Zugverbindungen verspricht, aber eben auch deutlich höhere Ticketpreise beschert.

Leider fast schon zur Routine gewordene Verspätungen, Zugausfälle, teure Tickets und der immer schlechter werdende Service lassen bei Reisenden die Wut in den roten Bereich steigen. Die streikbedingten Einschränkungen bringen das Fass für viele jetzt zum Überlaufen. Mit Verständnis für ihre Argumente können Bahn und Gewerkschaft daher nur bedingt rechnen.

Ein Imageschaden nicht nur für die Bahn, sondern für den ganzen Bereich Schiene. Wenn die Menschen von öffentlichen Verkehrsmitteln wieder vermehrt aufs Auto umsteigen, ist das aus mehreren Gründen fatal. Stichworte Feinstaub, CO2, überfüllte Straßen... Bahn und Gewerkschaft müssen sich einigen – und zwar schnell.

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