Rentenversicherung Kein Grund für Übermut

Dieter Keller
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Dieter Keller 13.10.2017
Die Beschäftigung erreicht immer neue Höchstmarken. Das spült immer mehr Einnahmen in die Rentenkassen. Ein Grund zur Sorglosigkeit ist das trotzdem nicht, meint unser Autor.

Nur gut, dass es bei der Beschäftigung ständig neue Rekorde gibt und die Löhne kräftig steigen. Das sorgt auch bei der Rentenversicherung für mehr Beitragseinnahmen als erwartet. Trotzdem ist kein Grund für Übermut. Denn die Rücklagen schrumpfen, wenn auch nicht so schnell wie befürchtet.

Denn die Babyboomer-Generation geht langsam in Rente, und es kommen bei weitem nicht so viele neue Arbeitnehmer und Beitragszahler nach. Dazu kommen soziale Wohltaten aus der letzten Legislaturperiode, die Mütterrente und die Rente mit 63, die weitgehend nicht aus Steuermitteln finanziert wurden, sondern aus den angeblich so hohen Reserven. Das dürfte sich im nächsten Jahrzehnt rächen, ob mit steigenden Beiträgen, mit einem höheren Bundeszuschuss oder anderen Einschnitten.

Bis zum Jahr 2021 kommt die Rentenversicherung mit dem derzeitigen Beitragssatz von 18,7 Prozent aus, also bis zum Ende der neuen Legislaturperiode. Das ist aber kein Freibrief für die Politik, nichts zu tun oder gar neue Leistungen auf Kosten der Rentenkassen zu beschließen. Vielmehr muss sie die Zeit dringend nutzen, für eine solide Basis auch für die Jahre danach zu sorgen, und das über Parteigrenzen hinweg. Dabei sind es interessanterweise gerade die Grünen, die auf einen nachhaltigen Kurs drängen. Ihnen ist viel Erfolg zu wünschen.