Ulm Kaum jemand will Käfigeier

Simone Dürmuth,Redakteur SWP,Autorenfoto 2016
Simone Dürmuth,Redakteur SWP,Autorenfoto 2016 © Foto: Hörger Marc Marc Hörger
Ulm / Simone Dürmuth 15.04.2017

Wir kennen die Bilder von  Hühnern in Käfigen zur genüge. Und kaum jemand will ein Ei auf dem Frühstückstisch oder im Osternest, das so produziert wurden. Darum ist die Nachfrage nach Eiern aus Käfighaltung seit der Einführung der Kennzeichnungspflicht 2004 auch stark zurückgegangen. Aber die meisten Eier nehmen wir über verarbeitete Lebensmittel zu uns. Und wer Nudeln, Mayonnaise oder Kuchen kauft, der erfährt nur selten, woher das darin enthaltene Ei stammt und wie es produziert wurde – denn nur die wenigsten Hersteller schreiben das freiwillig auf die Verpackung. Vielen Verbrauchern ist aber genau das wichtig.

Darum ist es richtig, die Kennzeichnungspflicht für Eier auszuweiten. Vielleicht würden manche Produkte dann etwas teurer. Doch wie man bereits bei den frischen Eiern gesehen hat, sind viele Verbraucher bereit, das Geld auszugeben – wahrscheinlich wird also auch die Nachfrage nach entsprechenden Fertigprodukten steigen. Das wiederum bringt die Landwirtschaft in Zugzwang: Die Haltungsbedingungen vieler Legehennen müssten verbessert werden, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Und auch wenn sich der Verbraucher am Ende für die Kekse mit Eiern aus Käfighaltung entscheidet, kann er das ja tun. Aber er hatte wenigstens die Wahl.