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Unter den bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten offenen Arbeitsstellen sind weiterhin viele Jobs in der Leiharbeit. Im Juni waren von rund 665 000 offenen Stellen knapp 214 000 der Leiharbeit zuzuordnen, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Das entsprach einem Anteil von 32,1 Prozent. Diese Quote ist seit Längerem stabil. Vor einem Jahr lag sie den Unterlagen zufolge bei 32,7 Prozent, im Juni 2014 bei 32,5 Prozent.

Zugleich werden entsprechend viele Arbeitssuchende in Leiharbeit vermittelt. Im April dieses Jahres brachten Arbeitsagenturen und Jobcenter laut BA gut 25 300 Menschen in einen neuen Job, der einem konkreten Wirtschaftszweig zugeordnet werden konnte – in gut 8500 oder 33,7 Prozent dieser Fälle nahmen die Vermittelten eine Stelle in der Leiharbeit an.

Linksfraktionsvize Klaus Ernst kritisierte, die Leiharbeit sei „zur zentralen Beschäftigungsform“ auf dem Arbeitsmarkt geworden. Offenbar laute das Motto „Hauptsache Arbeit“ – dies gehe jedoch zu Lasten der Beschäftigten, denn in der Leiharbeit gebe es oft nur niedrige Löhne und zugleich ein hohes Risiko, wieder arbeitslos zu werden. Ernst forderte, die Leiharbeit müsse „strikt begrenzt“ werden. Schon ab dem ersten Einsatztag müssten Leiharbeiter genauso bezahlt werden wie die Stammbelegschaft.