Tokio IWF warnt vor Kollaps des Finanzsystems

Tokio / DPA 11.10.2012

Der zögerliche Kampf der europäischen Regierungen gegen die Schuldenkrise führt die globalen Finanzmärkte nach Befürchtungen des Weltwährungsfonds an den Rand des Zusammenbruchs. "Das Vertrauen ins Weltfinanzsystem ist sehr brüchig geworden", warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer neuen Analyse. Das geringe Tempo bei der Stabilisierung des Bankensektors und den nötigen Reformen habe eine gefährliche Kapitalflucht aus Europas Krisenstaaten begünstigt. "Es droht eine böse Abwärtsspirale", sagte der Chef der IWF-Kapitalmarktabteilung, José Vi·als.

Der Währungsfonds würdigte in seinem Bericht zur Finanzstabilität wichtige Fortschritte der europäischen Gesetzgeber. Doch sei "die Agenda entscheidend unvollständig". Das verängstige Investoren und fördere die Angst vor dem Zerfall der Währungsunion und einem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Aus Spanien hätten Anleger bis Juni binnen eines Jahres fast 300 Mrd. EUR abgezogen und aus Italien rund 230 Mrd. EUR. Konsequenz sei eine finanzielle und ökonomische Spaltung zwischen den armen und reichen Ländern der Eurozone.

Deutschland pocht bei der Beurteilung weltweiter Konjunkturrisiken auf eine Gleichbehandlung aller Wirtschaftsregionen. Es gebe auch andere Problemregionen wie Japan oder die USA.