Herr Stadler, Audi verlor auf dem US-Markt lange den Anschluss, jetzt holen Sie auf. Wo liegen die Gründe?

RUPERT STADLER: Wir setzen weltweit auf nachhaltiges Wachstum und bauen auf Grund der hohen Nachfrage unsere Kapazitäten aus. Gerade errichten wir ein neues Werk in Mexiko, um noch näher an unseren Kunden in den USA dran zu sein. In den vergangenen Jahren haben wir dort kräftig in die Marke und das Händlernetz investiert. Das zahlt sich jetzt aus. Heute haben wir die jüngsten Kunden mit dem höchsten Einkommen im Vergleich zu unseren Wettbewerbern. Da wir uns nicht an Rabattschlachten beteiligen, ist Audi heute in den USA die wertstabilste Marke im Premiumsegment. Langfristig wird uns das auch in Nordamerika an die Spitze bringen, davon bin ich überzeugt.

Welche Audi-Modelle bevorzugt der US-Käufer? Bei den niedrigen Benzinpreisen dürften Ihre Diesel-Offensve eher schwierig sein?

STADLER: Audi ist mit seinen Modellen in der Ober- und Luxusklasse wie dem A7 und dem A8 sehr erfolgreich auf dem US-Markt unterwegs. Unsere Diesel-Offensive in den Vereinigten Staaten läuft auch sehr gut. Jeden vierten Audi Q7 liefern wir dort mit einem TDI-Motor aus. Wir sind die Marke mit der breitesten Diesel-Palette im Premiumsegment und bauen unser Angebot mit dem neuen A3 Sportback TDI weiter aus. Zusätzlich bringen wir 2015 den Audi A3 Sportback e-tron in den USA auf den Markt. Er ermöglicht emissionsfreies Fahren in der Innenstadt und meistert dank seines sparsamen Verbrennungsmotors auch lange Strecken problemlos. Damit ist er perfekt geeignet für umweltbewusste Kunden, die auf einen Road Trip nicht verzichten wollen.

Wann, glauben Sie, werden Sie auf dem umkämpften US-Markt zur Konkurrenz von BWM und Daimler beim Absatz aufgeholt haben?

STADLER: 2014 war für Audi ein sehr erfolgreiches Jahr, weltweit aber besonders auch in den USA. Dort sind wir nicht mehr weit weg von 200 000 Auslieferungen jährlich. Wir verfolgen dabei eine nachhaltige und auch profitable Wachstumsstrategie. Über Rabatte Volumen kaufen gehört nicht zum Audi-Geschäftsmodell. Unser Wachstum in den USA lag 2014 deutlich im zweistelligen Prozentbereich. An diesen Zahlen messen wir uns.