Stuttgart Im Land weniger Chefinnen als bundesweit

Stuttgart / DPA 10.07.2012

Frauen in Chefetagen sind im Südwesten nach wie vor rar. Weniger als jede vierte Führungsposition war 2011 mit einer Frau besetzt, teilte das Statistische Landesamt mit. Nach Ergebnissen einer Haushaltsbefragung zählten rund 320 000 Erwerbstätige zur Führungsriege, nur 75 000 von ihnen waren Frauen. Mit der Quote von 23,4 Prozent liegt der Südwesten im Ländervergleich auf dem drittletzten Platz, vor Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Selbst der Bundesschnitt ist mit 25,8 Prozent höher. Im Spitzenland Berlin liegt die Quote bei 37,5 Prozent.

Insgesamt seien rund 46 Prozent der Erwerbstätigen weiblich. Dass sie in den Chefetagen unterrepräsentiert sind, führt das Statistikamt auf die häufig geringere Qualifikation älterer Frauen zurück sowie auf den höheren Anteil von Teilzeitbeschäftigten und die familiären Auszeiten. Allerdings holen die Arbeitnehmerinnen allmählich auf: 1996 waren nur knapp 14 Prozent der Chefs weiblich, 2000 rund 16 Prozent und 2007 knapp 22 Prozent.

"Der jetzt erreichte Anteil von 23 Prozent muss noch steigen", sagte Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) in Stuttgart. Er setze sich für mehr Frauen in Führungspositionen in landeseigenen Unternehmen und in der Wirtschaft ein. Zudem stelle das Ministerium etwa im Webportal www.spitzenfrauen-bw.de mehr als 80 Karrierefrauen als Vorbilder vor.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel