Investoren Feinstaubdebatte verursacht Imageverlust für Baden-Württemberg

IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter.
IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter. © Foto: ihk
Stuttgart / DAVID NAU 05.05.2017
Die Region Stuttgart könnte einer IHK-Studie zufolge vom Brexit profitieren. Deutlich zugenommen hat auch die Zahl chinesischer Betriebe.

Die Region Stuttgart hat in Bezug auf Internationalität noch Potenzial nach oben. Das ist das Ergebnis einer Studie der Industrie- und Handelskammer Stuttgart (IHK), die am Donnerstag vorgestellt wurde. „Die Region ist international schon recht gut aufgestellt, kann aber noch zulegen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter in Stuttgart.

Im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland habe der Ballungsraum Stuttgart noch Nachholbedarf. Während in der Region Stuttgart 12 Prozent aller Unternehmen mehrheitlich einem ausländischen Investor gehören oder einen Inhaber mit nicht-deutschen Pass haben, sind es in Frankfurt am Main 19 Prozent und in Düsseldorf 17 Prozent.

„Die Region Stuttgart muss ihre Probleme irgendwie in den Griff bekommen“, sagte Richter. Allem voran müssten Gewerbeflächen geschaffen werden, um die Region für Investoren attraktiver zu machen. Potenzial sei genügend vorhanden, oftmals seien die Flächen aber nicht ausreichend entwickelt oder die Kommunen seien nicht bereit, die Flächen zur Verfügung zu stellen.

Ein weiteres Problem sei das schlechte Image der Landeshauptstadt. Das öffentliche Bild von Stuttgart sei nur noch vom Feinstaubalarm geprägt. „Viele Ausländer meinen, Stuttgart sei die dreckigste Stadt Deutschlands“, sagte Richter. Der damit verbundene Imageverlust werde unterschätzt.

Insgesamt sind in der Landeshauptstadt und in den Landkreisen Ludwigsburg, Böblingen, Esslingen, Göppingen und Rems-Murr 17 700 ausländische Unternehmen tätig, 5300 weniger als 2014. Um 14,5 Prozent auf 2552 zugenommen hat die Zahl der Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind.

Spitzenreiter unter den Herkunftsländern in diesem Bereich ist die Schweiz, gefolgt von den USA und Großbritannien. Besonders stark zugenommen hat seit 2014 die Zahl an chinesischen Unternehmen, sie stieg um 62 Prozent auf 110 Betriebe. Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich. „Vom Brexit kann der Südwesten und speziell die Region Stuttgart profitieren“, sagte Richter. Es sei wahrscheinlich, dass britische Unternehmen künftig stärker nach Stützpunkten in Europa suchen.

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