Sechs Prozent mehr gefordert IG Metall startet Warnstreikwelle in der kommenden Woche

Kampfbereit: Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück bei einem Warnstreik vor dem Porsche-Museum in Stuttgart. Foto: Sebastian Gollnow
Kampfbereit: Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück bei einem Warnstreik vor dem Porsche-Museum in Stuttgart. Foto: Sebastian Gollnow © Foto: Sebastian Gollnow
DPA 05.01.2018

Die IG Metall startet am kommenden Montag eine erste große Warnstreikwelle, um in der Metall- und Elektroindustrie höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten durchzusetzen.

Schwerpunkte der Aktionen in dem bundesweiten Tarifkonflikt sollen nach Ankündigung der Gewerkschaft zunächst in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg sowie in Berlin, Brandenburg und Sachsen liegen. Bei Porsche in Stuttgart legen die Beschäftigten nach Donnerstag vergangener Woche bereits zum zweiten Mal die Arbeit nieder, um für ihre Ziele zu demonstrieren.

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Geld und für alle 3,9 Millionen Beschäftigten eine Option zur befristeten Absenkung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren.

Besonders die letzte Forderung wird von den Arbeitgebern scharf abgelehnt und als illegal bezeichnet, weil daraus Ungleichbehandlungen gegenüber Mitarbeitern entstünden, die jetzt schon ohne Ausgleich in Teilzeit arbeiten. Sie haben bislang Lohnzuwächse von 2 Prozent plus einer Einmalzahlung angeboten und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben verlangt.

Gewerkschaftschef Jörg Hofmann zeigte sich in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag) zwar kompromissbereit. Er machte aber gleichzeitig klar, dass man auf den Zuschuss zur Arbeitszeitreduzierung in bestimmten Lebenslagen nicht verzichten werde. „Weil die Möglichkeit, für Kinder zu sorgen oder Eltern zu pflegen, keine Frage des Geldbeutels sein darf. Dafür werden wir kämpfen.“

Hofmann forderte die Arbeitgeber auf, nicht länger mit einem Rechtsgutachten gegen die Entgeltzuschüsse zu argumentieren und mit Klagen vor den Arbeitsgerichten zu drohen. Das Vorgehen sei einfach falsch und vergifte das Klima. „Unseren Tarifstreit klären wir am Verhandlungstisch - nicht vor Gericht. Ich fordere Gesamtmetall auf, die Verantwortung zu übernehmen und dieses peinliche Manöver einzustampfen.“

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