Mode Hugo Boss wächst nicht mehr

Hosen auf der Stange. Im Textilhandel herrscht Flaute.
Hosen auf der Stange. Im Textilhandel herrscht Flaute. © Foto: DPA
dpa 10.03.2017

Der Edelschneider Hugo Boss (Metzingen) stellt sich auf ein weiteres Jahr des Übergangs ein. 2017 werde der Umsatz währungsbereinigt weitgehend stabil bleiben, teilte der Konzern mit. Auch beim operativen Ergebnis ist wenig Bewegung absehbar. Immerhin dürfte der Konzerngewinn wieder im zweistelligen Prozentbereich steigen, weil 2017 Umbaukosten wegfallen.

Hugo Boss leidet wie viele Konkurrenten unter der Flaute im Textilhandel. „Das Jahr 2016 war für die gesamte Branche ein Jahr des Wandels“, sagte Boss-Chef Mark Langer. Die Verbraucher gäben weniger für Mode aus, hinzu komme der wachsende Druck von Rabatten. Langer räumte aber auch Fehler ein. Eine teure Ladenexpansion und der Versuch, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, waren fehlgeschlagen. Man habe sich zu weit vom Markenkern entfernt.

Nach eine heftigen Gewinnwarnung Anfang 2016 war fast die komplette Führungsriege ausgewechselt worden. Geblieben ist nur der jetzige Konzernchef Mark Langer, der unter seinem geschassten Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs die Finanzen des Konzerns verantwortet hatte. Die Zahl der Mitarbeiter blieb mit knapp 13.800 nahezu konstant.

Boss feilt nun an seinem Markenauftritt und will sich auf zwei Marken konzentrieren. Der Fokus soll wieder stärker auf der Herrenmode liegen. Auch soll das Angebot an Freizeitkleidung erweitert werden. Zudem wird digital aufgerüstet. Bislang steuert der Online-Handel nur 3 Prozent zum Gesamtumsatz bei. „Der stationäre Einzelhandel wird dabei aber nicht an Relevanz verlieren“, sagte der zuständige Boss-Vorstand Bernd Hake. So sollen Kunden nicht nur Mode in die Läden bestellen und dort zurückgeben, sondern auch vor Ort online erhältliche Mode ordern können.

Im abgelaufenen Jahr verbuchte Hugo Boss einen Gewinnrückgang von 39 Prozent auf 194 Mio. €, der Umsatz sank um 4 Prozent auf 2,7 Mrd. €. Die Dividende schrumpft von 3,62 € auf 2,60 € je Aktie.

Mit einem Kommentar von Helmut Schneider.