Forscher Höchststand bei befristeten Arbeitsverhältnissen

Viele junge Wissenschaftler hangeln sich von Vertrag zu Vertrag. Foto: Jens Kalaene
Viele junge Wissenschaftler hangeln sich von Vertrag zu Vertrag. Foto: Jens Kalaene © Foto: Jens Kalaene
Nürnberg / DPA 03.07.2018

Die Zahl der Beschäftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag hat im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht.

Nach Angaben des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom Dienstag waren im Jahr 2017 etwa 3,15 Millionen Menschen befristet beschäftigt. Davon waren fast 1,6 Millionen Verträge - etwa die Hälfte - ohne sachlichen Grund befristet.

Die Bundesregierung wolle laut dem Koalitionsvertrag den Anteil sachgrundloser Befristungen bei Arbeitgebern mit mehr als 75 Mitarbeitern auf 2,5 Prozent der Beschäftigten beschränken und die Höchstdauer dieser Befristungen von 24 auf 18 Monate verkürzen.

IAB-Forscher Christian Hohendanner befürchtet, dass Arbeitgeber dadurch stärker auf andere Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit oder Werk- und Dienstverträge ausweichen könnten oder sich mit Einstellungen zurückhalten.

Die pauschale Begrenzung von Kettenbefristungen auf fünf Jahre - ohne Berücksichtigung des Einzelfalls - könnte seiner Ansicht nach im ungünstigsten Fall dazu führen, dass einige der betroffenen Arbeitnehmer statt eines befristeten Vertrags gar keinen Vertrag mehr haben.

Studie

Mitteilung

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