Heckler &  Koch  Heckler & Koch baut erstes eigenes Werk im Ausland

Oberndorf / dpa 05.05.2017

Die schwäbische Waffenschmiede Heckler & Koch (H&K) baut ihr erstes Werk im Ausland, das sie selbst betreibt. Im US-Bundesstaat Georgia werde für 23 Mio. Dollar (21 Mio. €) ein Werk für Pistolen sowie Sport- und Jagdgewehre errichtet, sagte Firmenchef Norbert Scheuch am Mittwoch in Oberndorf. Zuvor hatte „Die Welt“ darüber berichtet.

Heckler & Koch hat in der Vergangenheit Waffenfabriken als sogenannte Kauflizenzen zum Beispiel in Saudi-Arabien und in Pakistan gebaut. Zu diesen Werken hat das Unternehmen aber nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr.

Firmenchef Scheuch sagte zur Begründung des Baus in Columbus: „Der amerikanische Markt ist der mit Abstand größte zivile Waffenmarkt auf der Welt.“ Einen Großteil des Gesamtumsatzes machte Heckler & Koch im vergangenen Jahr mit Verkäufen für den zivilen US-Markt, also mit Pistolen sowie Sport- und Jagdgewehren – im Vergleich zu 2015 war das ein Plus von knapp 50 Prozent. Dieses hohe Wachstumsniveau erklärte Scheuch unter anderem mit einer Art Ausverkaufseffekt – viele Waffennutzer hätten vor der US-Wahl noch groß eingekauft, weil sie einen Wahlsieg von Hillary Clinton erwartet und dann strengere Waffengesetze befürchtet hätten.

Nicht für das Militär

Die Investition werde helfen, nicht von möglichen Import-Erschwernissen durch US-Präsident Trump getroffen zu werden, sagte Scheuch. „Wegen der ­Devise ,America First’ dürfte es immer schwerer werden, in die USA zu exportieren – die Amerikaner wollen nun mal eine lokale Produktion vor Ort.“ Zudem entschärfe man damit mögliche negative Effekte durch Wechsel­kurse.

Der Manager betonte, dass in dem US-Werk keine Waffen für das Militär produziert würden. „Das sind Pistolen und Sport- und Jagdgewehre, die in den USA entwickelt und hergestellt werden und nur auf den zivilen US-Markt kommen“, sagte der Manager. Sturmgewehre, Maschinengewehre und Granatwerfer wiederum würden wie bisher ausschließlich in der schwäbischen Firmenzentrale gefertigt. „Nur in Oberndorf stellen wir Waffen für Militärs und die Polizei her.“

US-Markt macht 40 Prozent aus

Im vergangenen Jahr machte Heckler & Koch einen Umsatz von 202,4 Mio. € und kam auf einen Gewinn von 7,2 Mio. €. Der Umsatz im US-Zivilgeschäft stieg 2016 um 48 Prozent auf 76,5 Mio. €. Die USA sind mit einem Anteil von 40 Prozent der größte Einzelmarkt für den Waffenhersteller. afp

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