Frankfurt GTÜ stellt Auto-Mängelreport vor: Bremsen häufig mangelhaft

Frankfurt / DPA/NIK 17.09.2014
Auf den bundesdeutschen Straßen ist fast jedes vierte Auto ein Mängel-Pkw. Vor allem Bremsen und Elektrik bemängeln die GTÜ-Prüfingenieure im Vorfeld der Automobilfachmesse Automechanika.

Vor allem ältere Autos sind unverändert teils mit schwerwiegenden Fahrzeugmängeln unterwegs. Vor allem Elektrik und Bremsen sind die häufigsten Mängel bei der Hauptuntersuchung. Dies geht aus dem aktuellen GTÜ-Mängelreport für das erste Halbjahr 2014 hervor, der im Vorfeld der Fachmesse Automechanika in Frankfurt vorgestellt wurde.

Die Gesamtzahl der Pkw-Mängel bei der Hauptuntersuchung (HU) ist dagegen leicht rückläufig. Unterm Strich sind damit auf den bundesdeutschen Straßen weniger Fahrzeuge mit Mängeln unterwegs als noch im Vorjahreszeitraum. Über 60 Prozent der von den GTÜ untersuchten 2,1 Mio. Pkw wiesen keine erkennbaren technische Mängel auf.

Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) führt diese Entwicklung einerseits "auf ein gestiegenes Wartungsbewusstsein der Autofahrer" zurück. Andererseits mache sich aber auch die stetig verbesserte Qualität der Autos positiv bemerkbar.

Dessen ungeachtet seien rund 23 Prozent aller geprüften Autos mit teils erheblichen Mängeln aufgefallen. Vor allem bei den Bremsen, der Elektrik und Beleuchtung stellten die Prüfingenieure zahlreiche sicherheitsrelevante Mängel fest. Nach Berechnungen der GTÜ fahren von den 43,9 Mio. in Deutschland zugelassenen Pkw 8,6 Mio. mit unzuverlässigen Bremsen und 13 Mio. mit Beleuchtungs- und Elektrikmängeln auf den Straßen. Jeder fünfte Pkw ist demnach mit Mängeln an der Bremsanlage unterwegs ist. Dabei gelte: Je älter das Fahrzeug ist, umso häufiger treten Probleme auf.

Zur Automechanika, dem größten internationalen Branchentreffen der Automobilwirtschaft, sind bis zum kommenden Samstag so viele Aussteller in Frankfurt wie noch nie angemeldet: 4631 Firmen aus 71 Ländern präsentieren dem Fachpublikum neueste Produkte rund ums Auto. "Die Automechanika ist eine feste Institution auf 305.000 Quadratmetern - das sind mehr als 53 Fußballfelder. Wir sind ausgebucht", sagte Messe-Geschäftsführer Detlef Braun bei der Eröffnungsfeier.

Die Automechanika spiegele die enorme Dynamik im Automarkt wider. "Die zunehmende Modellvielfalt und komplexere Technologien sorgen für mehr Marktteilnehmer und eine steigende Zahl von Ersatzteilen", so Braun weiter. Hinter der Automechanika stehte ein weltweiter Umsatz der inländischen Teile- und Zubehör-Hersteller von 101 Mrd. EUR im Jahr 2013. Der Exportanteil liege bei 15 Prozent. Im laufenden Jahr werde ein Wachstum zwischen 3 und 4 Prozent erwartet.

Schwerpunkte der 23. Frankfurter Automechanika, die Industrie, Werkstätten und Handel vereint, sind alternative Antriebe sowie die Aus- und Weiterbildung. Themen sind auch die Werkstatt- und Tankstellenausrüstung sowie Fahrzeugwäsche, Zubehör und Tuning.

"Die Automobilwirtschaft besteht nicht nur aus den Herstellern. Das zeigt diese Ausstellung", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Während sich beim Neuwagenverkauf in Deutschland ein stabiles Jahr abzeichnet, bremst der schwache Gebrauchtwagenmarkt derzeit das Geschäft der Autohäuser. Das deutsche Kfz-Gewerbe erwartet nach Angaben seines Verbandspräsidenten Jürgen Karpinksi zusammen mit dem Service- und Neuwagengeschäft einen nur leicht gestiegenen Umsatz von 140 Mrd. EUR - nach 138,5 Mrd. EUR im Jahr zuvor. Die allgemeine Konsumfreude sei beim Kfz-Gewerbe bislang noch nicht angekommen.

Gut laufe das Geschäft hingegen im Markt für Autoteile und Zubehör. "Die zunehmende Modellvielfalt und komplexere Technologien sorgen für mehr Marktteilnehmer und eine steigende Zahl von Ersatzteilen", sagte Braun.