Glasklare Flüsse wilde Landschaften: Mit diesen Bildern werben Hersteller von Outdoor-Kleidung für ihre wetterfeste Kleidung. Dabei tragen ausgerechnet diese Firmen laut Greenpeace dazu bei, die Natur zu belasten. Seit Jahren wettert die Organisation gegen den Einsatz gefährlicher Chemikalien. Hierzu Fragen und Antworten.

Gibt es Fortschritte bei der Umstellung der Materialien? Die meisten großen Outdoor-Hersteller in Deutschland haben angekündigt, ihre Produktion umzustellen und spätestens bis 2020 auf die Stoffe zu verzichten. Der neue Test ausländischer Markenhersteller fiel aber ernüchternd aus: Greenpeace untersuchte Jacken, Hosen, Schlafsäcke oder Zelte großer Firmen. Das Ergebnis: Fast in allen Produkten fanden die Aktivisten gefährliche Chemikalien. Nur bei 4 von 40 Produkten gab es keine Probleme.

Was ist das Problem mit der Outdoor-Kleidung? Für die Herstellung der Funktionskleidung setzen viele Firmen perfluorierte Chemikalien (PFC) ein. Die sorgen dafür, dass Wasser und Schmutz von der Kleidung abperlen und diese sich auch bei anhaltender Nässe trocken und leicht anfühlt. "Bei der Herstellung von Outdoor-Kleidung werden PFC-Moleküle freigesetzt", warnt Greenpeace. Die verbreiten sich rund um den Globus: "Sie reisen mit der Atmosphäre und den Meeresströmungen auch in abgeschiedene Gebiete."

Sind die Chemikalien auch für den Menschen gefährlich? Perfluorierte Chemikalien gelangen in die Nahrungskette und darüber in den Körper. Einige stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Warum werden die Chemikalien immer noch verwendet? Die meisten Hersteller suchen nach Neuem. Dass die Umstellung nicht schneller geht, begründen die Firmen mit der schwierigen Suche. Alternativen seien nicht so funktional wie PFC-Produkte: Schmutz oder Öl perlten nicht so gut ab. Und die Wäsche sei problematisch: "Nach zwei bis drei Wäschen muss man unter Umständen nachimprägnieren", sagt Benedikt Tröster von Vaude.

Welche Alternativen sind möglich? Hersteller Gore hat vor kurzem erstmals Kleidung vorgestellt, bei der die wasserdichte Membran außen ist - und nicht wie sonst üblich unter einer weiteren Textillage. "Indem die Membran nach außen gekehrt wird, kann deren natürliche wasserabweisende Eigenschaft genutzt werden", erklärt Firmensprecherin Anja Herberg. Die Kleidung blieb zwar wasserdicht, fühlte sich aber an der Oberfläche klamm und schwer an. Bei Mustern von Vaude saugte der Oberstoff das Wasser auf. Bis 2020 will das Unternehmen dennoch auf PFC verzichten.