Wirtschaft Gipfeltreffen der Weltmarktführer startet in wenigen Stunden

Vergangene Woche war Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu Gast, jetzt spricht er in Schwäbisch Hall.
Vergangene Woche war Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu Gast, jetzt spricht er in Schwäbisch Hall. © Foto: dpa
Schwäbisch Hall / JÜRGEN STEGMAIER 28.01.2014
Weltmarktführer werden und bleiben - dieses Thema beschäftigt gerade Unternehmer und Politiker in Schwäbisch Hall. Mit dabei: Bundesfinanzminister Schäuble, Airbus-Chef Enders und Fußball-Boss Watzke.

Wegbrechende Märkte im Süden Europas, nachlassendes Wachstum im fernen China, Fachkräftemangel vor Ort - wie können sich deutsche Mittelständler in diesem wirtschaftlichen Umfeld bewegen? Unter anderem damit beschäftigt sich das diesjährige Weltmarktführertreffen in Schwäbisch Hall. In dieser Region sitzen erstaunlich viele dieser erfolgreichen Unternehmen. Ein Beispiel sind Maschinenbauer. Oft werden die mittelständischen Betriebe von Familien geführt. Außerhalb der Region oder Branche sind sie weitgehend unbekannt.

Welche Merkmale machen Unternehmen zu Weltmarktführern? Die Definitionen unterscheiden sich, auffallend sind die Parallelen. Viele der Weltmarktführer gelten als heimliche Meister, die im Verborgenen zu Höchstform auflaufen. Der Wirtschaftsprofessor Hermann Simon forscht zu diesem Thema. Seine Erkenntnisse: In den Betrieben der Weltmarktführer gebe es "mehr Arbeit als Köpfe", außerdem eine Kultur der Höchstleistung. Drückeberger seien rar, die Fluktuation extrem niedrig. Zu schaffen macht den Unternehmen aber die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern.

Leistungswettbewerb statt Preiskrieg

Wettbewerbsvorteile gewinnen sie aus der Qualität ihrer Produkte. Unwichtig dagegen erscheint ihnen Produktwerbung. Das billige Angebot ist nicht ihre Sache. Sie sehen sich eher in einem Leistungswettbewerb statt in einem Preiskrieg. Die Werteskala der Weltmarktführer werde von der Sicherung des Unternehmensbestands angeführt, danach kommt das Bestreben nach Kapazitätsauslastung, die Mitarbeiterzufriedenheit und erst ganz am Schluss die Profitmaximierung. Die Orientierung an diesen Werten geht Hand in Hand mit großer Flexibilität in Details. Oberstes Ziel ist die Sicherung des langfristigen Überlebens sowie die Unabhängigkeit.

Zum aktuellen Gipfeltreffen der Weltmarktführer haben sich mehr als 400 Teilnehmer angemeldet. Zugesagt haben rund 20 renommierte Referenten. Das Treffen wird zum vierten Mal in Hall veranstaltet. Initiiert wurde es von Walter Döring, dem ehemaligen Wirtschaftsminister Baden-Württembergs. Er ist Haller und wohnt nur einige hundert Schritte vom Ort der Tagung, der Bausparkasse, entfernt. Weitere Veranstalter sind der Management-Experte Bernd Venohr und die "Wirtschaftswoche".

Würth vergibt Preis

Die großen Unternehmensgruppen in der Haller Region, wie die Bausparkasse oder Würth, treten bei dem Treffen nur am Rande in Erscheinung. Würth lobt einen Preis für besonders junge und innovationsstarke Unternehmen aus.

Das Gipfeltreffen hat sich offenbar etabliert. In den Vorjahren fiel auf, dass Veranstalter Walter Döring seine Kontakte ins liberalen Lager nutzte, um Referenten zu finden. So waren die FDP-Bundesminister Guido Westerwelle, Philipp Rösler und Dirk Niebel bereits zu Gast. Dass mit Wolfgang Schäuble (CDU) der aktuelle Finanzminister frühzeitig zugesagt hat und nachträglich EU-Energiekommissar Günther Oettinger ins Programm rutschte, wird als Zeichen gewertet, dass das Gipfeltreffen an Bedeutung gewinnt.

Erstmals bietet Döring in den Wochen vor und nach dem Gipfeltreffen eine öffentliche Veranstaltungsreihe an. Referenten dabei: Jörg Asmussen, ehemaliger EZB-Direktor, Klaus Regling, Rettungsschirm-Chef, und Paul Kirchhof, Verfassungs- und Steuerrechtler.

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