Meinung Kommentar zum Gewinneinbruch bei Daimler: Geschichte des Erfolgs

Wirtschaftsredakteur Thomas Veitinger
Wirtschaftsredakteur Thomas Veitinger © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Thomas Veitinger 27.07.2018

Eigentlich war es ja klar. So viele Probleme, wie Daimler derzeit hat, musste das irgendwann auf die Zahlen durchschlagen: kostspielige Software-Updates für Dieselfahrzeuge, Auslieferungsstopps und -verzögerungen, Rechtskosten für das Maustsystem Toll Collect, Rabatte in China und und und. Dazu kommen hohe Kosten für neue Fahrzeuge und Investitionen in Technologien für Morgen. Eine Gewinnwarnung hatte vor kurzem schon wachgerüttelt. Doch kalt lässt einen der Gewinnrückgang um fast ein Drittel nun dennoch nicht.

Das liegt daran, dass Daimler in den vergangenen Jahren eine einzige Erfolgsgeschichte war und die Rekordjagd abrupt zu Ende ging. Daimler hat zwar viele Baustellen, aber keine wirklich großen. Was würde wohl passieren, wenn Donald Trump tatsächlich keinen Mercedes mehr auf der Fifth Avenue zu sehen bekommt? 

Ausgerechnet Trump könnte  das Blatt für Daimler und die Autobranche wenden. Sollten Strafzölle tatsächlich vom Tisch sein oder es gar geringere Zölle als heute geben, könnte die Erfolgsgeschichte weitergehen. Gut aufgestellt sind die Untertürkheimer in jedem Fall. Wenn sich die derzeitigen Probleme mit Verzögerungen und Rabatten in Wohlgefallen auflösen, steht dem wenig entgegen. Die Branche muss sich aber damit abfinden: Zur Richtungsänderung braucht es immer weniger.

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