Berlin Gender Pay Gap: Ein ungehobener Schatz

NBR Berlin. Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net Berliner Redaktion, Kommentarfotos
NBR Berlin. Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net Berliner Redaktion, Kommentarfotos © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Tho
Berlin / Michael Gabel 13.02.2018

Der Befund liest sich dramatisch: Ostdeutsche Frauen verdienen teilweise mehr, westdeutsche viel weniger als die Männer. Sind die Frauen in Cottbus und Frankfurt (Oder) also bessergestellt als ihre Geschlechtsgenossinnen in Stuttgart und Ulm? Das nicht. Denn das Gehaltsniveau für Frauen ist deutschlandweit in etwa gleich. Dennoch besteht in Deutschland eine Gerechtigkeitslücke. Die betrifft vor allem die großen süddeutschen Industrieregionen, in denen Frauen ein Drittel weniger verdienen als Männer. Der „Gender Pay Gap“ – hier ist er am größten.

Doch das muss nicht so bleiben. Zwei Möglichkeiten gibt es, der Gerechtigkeitslücke beizukommen. Mädchen sollten sich verstärkt in Technikberufe wagen, um von den guten Verdienstmöglichkeiten zu profitieren. Denn Fachkräfte werden dringend gesucht – und hier liegt ein noch weitgehend ungehobener Schatz. Die Betriebe wiederum sollten ihren weiblichen Mitarbeitern mehr Chancen eröffnen, in Leitungsfunktionen zu kommen. Diese Posten müssten dann ähnlich gut dotiert sein wie die von Männern.

Doch das alles läuft ins Leere, wenn es keine vernünftige Kinder-Betreuung gibt und Frauen diesen Missstand ausbaden. Hier hilft ein Blick auf die gute Kita- und Ganztagsschul-Struktur im Osten. Auch diese sind Gründe, warum es Frauen dort leichter fällt, arbeiten zu gehen.