Frankfurt Geldscheine müssen einiges aushalten

Frankfurt / DPA 10.01.2013
Facelift für den Euro: Von Mai 2013 an sollen die ersten neuen Scheine unters Volk gebracht werden. Heute präsentieren Europas Währungshüter die neue 5-Euro-Note. Optisch verändert sich nicht viel.

Heute präsentiert die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt den neuen 5-Euro-Schein. Die zweite Banknoten-Generation soll vor allem noch sicherer werden. Von Mai 2013 an sollen die neuen Noten der "Europa-Serie" unters Volk gebracht werden. Das neue Wasserzeichen und das Hologrammband am Rand des Scheins werden das Motiv der griechischen Mythenfigur Europa tragen. Der aufgedruckte Wert wird seine Farbe von smaragdgrün in ein tiefes Blau ändern, wenn man den Schein etwas neigt. Die bisherigen Noten bleiben gültig und werden nach und nach von Zentralbanken aus dem Verkehr gezogen. Die neuen Sicherheitsmerkmale sollen es Fälschern schwerer machen - noch schwerer. Zuletzt waren die Falschgeldzahlen rückläufig. Hier Fragen und Antworten über die Beschaffenheit von Geldscheinen:

Warum müssen Geldscheine robust sein? Banknoten sollten möglichst widerstandsfähig gegen Schmutz, Hitze und andere Belastungen sein, damit sie sich auch bei starker Nutzung nicht deutlich verändern. Die Bundesnotendruckerei Giesecke & Devrient simuliert die Belastung mit verschiedenen Automaten.

Was müssen die Geldscheine aushalten können? Einen verschütteten Rotwein sollten sie ebenso wegstecken wie die Krallen einer Katze. Selbst bei großer Hitze dürfen die Geldscheine nicht schrumpeln. Getestet wird dies vorab mit einem heißen Bügeleisen. Die Hitzebeständigkeit stellen die Entwickler im Backofen unter Beweis. Der Knittertest besteht aus einem Kolben, der mehrfach in ein Rohr mit einem klein gedrückten Geldschein gestoßen wird. Selbst aggressive Flüssigkeiten wie Nagellackentferner sollten den Geldschein nicht zerstören. Als härtester von allen gilt die Kochwäsche: Zwei Stunden bei 90 Grad mit Waschmittel. "Das ist unser Crash-Test", sagt Banknotenexperte Kümmerle.

Sind Euro-Noten brennbar? Dass Geldscheine bei offenem Feuer nicht brennbar sind, ist eine Legende - und deshalb keinesfalls zum Ausprobieren empfohlen. Aber auch alle anderen Härtetests sind nicht zum Nachahmen geeignet: "Absichtlich stark beschädigte Euro-Banknoten werden nicht erstattet", warnt die EZB.

Wie lange lebt eine Banknote? Das hängt vor allem vom Wert des Geldscheins ab. Kleine Geldscheine wie der Fünf- oder Zehn-Euro-Schein werden viel benutzt und haben deshalb die kürzeste Lebensdauer: Im Schnitt werden sie nach sechs Monaten aus dem Verkehr gezogen. Deutlich länger, nämlich rund zwei Jahre, sind 50-Euro-Noten im Umlauf. Am längsten leben die hohen Banknoten mit einem Wert von 200 oder 500 Euro. Durchschnittlich sind diese Geldnoten fünf Jahre lang im Einsatz.

Aus welchem Material bestehen Geldscheine? Die meisten Banknoten bestehen aus hochwertiger Baumwolle. Hinzu kommen auch Kunststoffe oder Lacke.

Warum nutzen sich Geldscheine in manchen Ländern schnell ab? Weil das Klima ebenso Einfluss auf die Banknoten hat wie die Geld-Gewohnheiten der Bevölkerung. In manchen Ländern werden Geldscheine in der Hosentasche oder anderen Kleidungsstücken verstaut. Oder in Stoffbeuteln, die am Körper getragen werden und Schweiß ausgesetzt sind.