Lebensmittel Kommentar zu steigenden Milchpreisen: Gefährliche Schieflage

Ulm / Caroline Strang 17.05.2017

Verbraucher freuen sich gewöhnlich nicht über steigende Preise von Lebensmitteln. Allerdings greift reines Preisbewusstsein zu kurz, wenn es um wichtige Bereiche der Nahrungsmittelproduktion geht – wie um Milch. So ist es durchaus eine gute Nachricht, dass Milch teurer wird, für die Molkereien, die Bauern und letztlich auch für das Gesamtsystem.

Denn das befindet sich gerade in diesem Bereich in einer gefährlichen Schieflage. Der Einzelhandel – vor allem die großen Supermarkt- und Discounterketten – hat durch die großen Absatzmengen auch große Macht,  die er ausnutzt. Die Preise sollen niedrig bleiben, damit die Kunden kaufen. Beim Milcherzeuger, dem Bauern, kommen laut Experten durchschnittlich 29 Cent pro Liter Milch an. Die Produktionskosten liegen zwischen 25 und 45 Cent. Da ist die Rechnung einfach: Es bleibt nicht viel oder gar nichts übrig. So wird ein so wichtiger Produktionszweig zum Subventionsfall.

Viele Verbraucher sind sich der Problematik bewusst und durchaus auch bereit, höhere Preise zu bezahlen. Das sieht man unter anderem am steigenden Absatz von Bio-Milch, die deutlich mehr kostet. Dass sich das nun in den Verhandlungsergebnissen der Molkereien mit dem Einzelhandel niederschlägt, ist zu begrüßen – wenn das Geld dann auch wirklich bei den Erzeugern landet.

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