Frankfurt Flugbegleiter der Lufthansa streiken vorerst nicht

Frankfurt / ROLF OBERTREIS 18.08.2012
Lufthansa-Passagiere können vorerst aufatmen: Die 18 000 Flugbegleiter des Konzerns werden vorerst nicht streiken. Aber der Tarifstreit spitzt sich zu.

Ein Streik sowie Warnstreiks des Kabinenpersonals der Lufthansa sind zumindest bis Mitte nächster Woche vom Tisch. Jedoch bleibt die Lage im Tarifkonflikt zwischen der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo und der Fluglinie heikel. "Die Gefahr von Streiks rückt sehr viel näher", sagte Nicoley Baublies, Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo in Frankfurt.

Denn die Gespräche über einen neuen Manteltarifvertrag und damit die Arbeitsbedingungen von 18 000 Stewardessen und Stewards sind nach Ansicht von Ufo am Donnerstag gescheitert. Jetzt gehe es nur noch um den Gehaltstarifvertrag. Bislang hat die Lufthansa noch kein konkretes Angebot vorgelegt. Dies soll bis spätestens Mittwoch passieren. Man erwarte eine verhandlungsfähige Offerte, sagte Baublies. Ansonsten wird die Gewerkschaft kaum an den Verhandlungstisch zurückkehren. Ein Lufthansa-Sprecher sprach von einer guten Nachricht. Dass die Gespräche über den Manteltarif von Ufo beendet wurden, bewertet man bei der Airline wohl weniger dramatisch.

Nach sechswöchiger Verhandlungspause hatte die Lufthansa am Donnerstag ein umfangreiches Paket für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen der Flugbegleiter vorgelegt. "Das war ein Paket von Grausamkeiten", zeigte sich der Ufo-Chef empört. "Alle sollen mehr arbeiten, aber weniger Geld verdienen." So sollten die Einstiegsgehälter um bis 1500 EUR gesenkt werden.

Dabei habe Ufo schon zuvor viele Zugeständnisse gemacht. So sei man bereit gewesen, auf freie Tage zu verzichten und mehr Flugstunden zu leisten. Durch den von Lufthansa forcierten Ausbau der Leiharbeit bei Flugbegleitern und den Aufbau einer Billig-Fluglinie für den Europa-Verkehr seien Tausende von regulären Arbeitsplätzen bedroht.

Aktuell beschäftigt die Lufthansa 200 Leiharbeitskräften, die seit einiger Zeit auf Flügen von und nach Berlin als Flugbegleiter eingesetzt werden. Sie arbeiten länger und verdienen bis 20 Prozent weniger.

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