Osnabrück / AFP  Uhr

Knapp ein Jahr nach der freiwilligen Selbstverpflichtung sechs großer Konzerne, die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie zu verbessern, arbeiten dort 10 000 Beschäftigte mehr nach deutschem Recht. Die Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss, Valerie Holsboer, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die Berufsgenossenschaft habe einen Anstieg von 14 332 auf 24 295 Vollarbeiter verzeichnet. „Die Branche kann stolz auf sich sein.“

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten dagegen zeigte sich unzufrieden: Zentrale Versprechen seien „in keinster Weise“ eingehalten worden, sagte Gewerkschafter Bernd Maiweg der Zeitung. Er verwies auf das Versprechen, den Anteil der Festangestellten zu erhöhen.

Mit der Selbstverpflichtung sollten vor allem Missstände bei der Beschäftigung ausländischer Leiharbeiter abgestellt werden, nachdem es immer wieder Berichte über die Ausbeutung von per Werkvertrag Beschäftigten gegeben hatte. Ein wichtiger Punkt war die Umstellung von Vertragsverhältnissen zwischen oft im Ausland ansässigen Subunternehmen und Leiharbeitern auf deutsches Recht.

Einige Unternehmen hatten sich Ende September 2015 mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) darauf geeinigt, dass bis Juli alle Angestellten in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten sollten.