Arbeitszeit FDP will 48 Wochenstunden erlauben

Der sozialpolitische Sprecher der FDP, Pascal Kober.
Der sozialpolitische Sprecher der FDP, Pascal Kober. © Foto: Peter Kiedaisch
Berlin / Stefan Kegel 14.03.2018
Ein Gesetzentwurf sieht größere Flexibilität vor. Ruhezeit kann um bis zu zwei Stunden sinken.

Die FDP will in Deutschland eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten durchsetzen. In einem Gesetzentwurf, der der SÜDWEST PRESSE vorliegt, soll eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden im Durchschnitt festgelegt werden. Bislang dürfen Beschäftigte im Regelfall pro Tag höchstens acht Stunden arbeiten – bei fünf Arbeitstagen also 40 Stunden pro Woche. Eine Ausdehnung ist nur übergangsweise oder bei regelmäßigen Bereitschaftsdiensten erlaubt.

„Durch die Digitalisierung wird sich die Arbeitswelt massiv verändern“, sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP, Pascal Kober, dieser Zeitung. Künftig werde es immer öfter um projektbezogene Tätigkeiten gehen und weniger darum, an einem spezifischen Ort oder zu einer spezifischen Zeit zu arbeiten. „Unser Arbeitszeitgesetz muss deshalb flexibilisiert werden“, betonte Kober. Homeoffice und mobiles Arbeiten böten auch Chancen.

Zudem will die FDP den Tarifpartnern die Möglichkeit geben, die gesetzliche Ruhezeit um mehr als die bisher erlaubten zwei Stunden zu kürzen. Im Arbeitszeitgesetz sind zwischen Arbeitsende und Arbeitsanfang am kommenden Tag elf Stunden Ruhepause vorgeschrieben, die im Einzelfall auf neun Stunden reduziert werden können. Die Liberalen orientieren sich dabei an der Arbeitszeitrichtlinie der Europäischen Union. Sie wollen ihren Antrag am Donnerstag in den Bundestag einbringen.

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