Sunnyvale/Menlo Park Facebook und Yahoo schmieden Allianz

DANIEL SCHNETTLER, DPA 09.07.2012
Es ist eine 180-Grad-Wendung, die Facebook und Yahoo vollziehen: Statt sich zu verklagen, vertiefen sie nun ihre Zusammenarbeit.

Gute Nachrichten aus dem Hause Facebook waren dünn gesät nach dem verpatzten Börsengang im Mai. Das soziale Netzwerk lieferte negative Schlagzeilen am laufenden Band. Und noch immer liegt der Kurs um 6 Dollar unter dem Ausgabepreis von 38 Dollar. Doch nun vermeldet Facebook positive Nachrichten in drei wichtigen Punkten.

Geschlossene Baustelle Nummer eins: Der Patentstreit mit Yahoo ist beigelegt. Vier Monate lang hing die Klage des Internet-Urgesteins als Damoklesschwert über Facebook. Hätten Firmenchef Marc Zuckerberg & Co den Prozess verloren, wäre es wohl teuer geworden. Ganz davon abgesehen, dass ein langwieriges Verfahren viel Energie und Anwaltshonorare verschlungen hätte.

Doch mit dem Führungswechsel bei Yahoo kam die Wende: Nun sind die beiden Internetgrößen sogar beste Freunde und wollen gemeinsam Inhalte und Anzeigen vermarkten. Facebook hat mehr als 900 Mio. Nutzer, Yahoo kommt auf etwa 700 Millionen. Nur noch wenige andere Internetfirmen wie Google bieten eine solche Reichweite. Das könnte Facebook Geld in die Kasse spülen.

Baustelle Nummer zwei: Wenn sich die Informationen des "Wall Street Journals" bewahrheiten, dann hat Facebook einen Weg gefunden, die stark steigende Zahl der Zugriffe über Smartphones und Tablet-Computer in bare Münze umzuwandeln. Demnach haben Facebook-Techniker eine Methode entwickelt, mit der sie die installierten Apps auf mobilen Geräten erkennen können. Dem Nutzer würde dann Werbung für ähnliche Programme in seinen Nachrichtenstrom eingespielt. Damit könnte Facebook das Problem umgehen, dass auf Smartphones mit ihren winzigen Bildschirmen kaum Platz für Anzeigen ist. Deshalb verdient das Soziale Netzwerk hier bisher nur mickrige Beträge.

Baustelle Nummer 3: General Motors könnte als Werbekunde zurückkehren. Der Autoriese war kurz vor dem Börsengang abgesprungen und hatte damit für viel Aufregung gesorgt. Denn GM stellte damit den Nutzen von Werbung auf Facebook infrage. Nun, so schreibt das "Wall Street Journal", hätten sich GM-Chef Daniel Akerson und Facebook-Managerin Sheryl Sandberg getroffen und über eine Rückkehr von GM geredet.