Wiesbaden/Berlin Exporte brechen im Juli ein - Außenhandelsverband BGA: „Bruchlandung“

DPA 10.09.2016
Nach einem kraftlosen ersten Halbjahr bekommt die Exportnation Deutschland weiteren Gegenwind: Im Sommermonat Juli liefen die Geschäfte äußerst schlecht. Der Branchenverband BGA drängt die Politik zum Handeln - auch beim Freihandelsabkommen TTIP.

Die Exportnation Deutschland ist extrem schlecht ins zweite Halbjahr gestartet: Im Juli brachen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10 Prozent ein, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Das war der höchste Rückgang in einem Monat seit Oktober 2009 (minus 18,3 Prozent). Dabei war der deutsche Außenhandel mit allen betrachteten Absatzregionen schwächer als vor Jahresfrist.

Von einer „Bruchlandung“ sprach der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). „Die ungewöhnlich vielen Krisenherde hinterlassen ihre Spuren. Dies führt zu einer enormen Verunsicherung, die mit einem Ausbleiben von Investitionen einhergeht“, sagte BGA-Präsident Anton Börner.

Ein Großteil des Rückgangs ist allerdings dadurch begründet, dass der Juli 2015 außergewöhnlich gut war und Deutschlands Exporteuren das zweitstärkste Monatsergebnis des vergangenen Jahres bescherte. „Das ist ungewöhnlich, dass ein Sommermonat so stark ist“, sagte ein Statistiker.

Insgesamt verkauften deutsche Firmen im Juli Waren im Wert von 96,4 Mrd. € ins Ausland. Die Importe beliefen sich auf 76,9 Mrd. € – ein Minus von 6,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Die Außenhandelsbilanz – der Saldo aus Exporten und Importen – schloss im Juli mit einem Überschuss von 19,5 Mrd. €, ein Jahr zuvor waren es 24,8 Mrd. € .