Frankfurt Export stützt deutsche Schlüsselindustrie

DPA 11.01.2013
Schwach in Europa, stark im Rest der Welt: Die Krise bremst deutsche Schlüsselindustrien. Trotzdem bleiben die Maschinenbauer auf Rekordkurs.

Das starke Geschäft in Übersee hilft großen deutschen Industriezweigen durch die Krise im Euroraum. So haben die erfolgsverwöhnten Maschinenbauer auf ihrem Rekordkurs im November zwar einen kleinen Rückschlag erlitten. Die Branche, die 2012 Rekorde bei Umsatz und Produktion feiert, bleibt aber zuversichtlich: "Insgesamt brachte der November keine Überraschungen, weder negative noch positive", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Etwas schwieriger verlief 2012 für die Elektroindustrie, bei der die Rezession in Europa Bremsspuren hinterlässt: Im November gingen 2 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vorjahr. Dabei brachen die Inlandsorder um 9 und die Aufträge aus der Eurozone um 7 Prozent ein, wie der Branchenverband ZVEI berichtete. "Allerdings nahmen die Auftragseingänge aus dem gesamten Ausland um fünfeinhalb Prozent und aus dem Nicht-Euro-Ausland sogar um 15 Prozent gegenüber Vorjahr zu", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Dank dieser kräftigen Nachfrage aus Übersee muss die Branche insgesamt nur geringe Rückgänge bei Umsatz, Produktion und Auftragseingängen verkraften.

Im Maschinenbau sanken die Auftragseingänge im November nach starken Monaten zuvor im Jahresvergleich um real 3 Prozent. Das Inlandsgeschäft sank um 2 Prozent, das Auslandsgeschäft lag um 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. "Die hohen Zuwächse aus der Monaten September/Oktober im Geschäft mit den Nicht-Euro-Staaten haben sich nicht fortgesetzt. Das war aber auch nicht zu erwarten", sagte Wiechers. Trotz des kleinen Minus setze sich die Belebung im Inland fort. "Wir haben den Tiefpunkt wohl hinter uns."Nach früheren Angaben erwartet die Schlüsselindustrie - mit 978 000 Beschäftigten Deutschlands größter Industriearbeitgeber - 2012 einen Rekord-Produktionswert von 196 Mrd. EUR. Dieser soll 2013 nochmals um 2 Prozent übertroffen werden. In der Elektroindustrie schrumpften im November hingegen Umsatz und Produktion - um je 6 Prozent.